Gratis-Training

Schach: Noch mehr schlaue Köpfe gesucht

Schachgesellschaft Glinde: Jannick Berndt (li.) zieht, Thorben Dietrich grübelt über seinen nächsten Zug.

Schachgesellschaft Glinde: Jannick Berndt (li.) zieht, Thorben Dietrich grübelt über seinen nächsten Zug.

Foto: Gabriele Kasdorff

Glinde. Der Verein sucht neue Mitspieler. Im Gegenzug bietet er Freunden des königlichen Spiels ein Gratis-Training an.

Glinde.  Für den erfahrenen Spieler Sven Wobbe (50) der Schachgesellschaft Glinde ist es eine Freude, mit den jungen Talenten Jannick Berndt (13) und Thorben Dietrich (18) simultan Schach zu spielen: „Natürlich gebe ich ihnen Tipps und helfe den Beiden, die richtige Strategie zu finden“, erläutert der erste Vorsitzende des Vereins. Jeden Freitagabend ab 18.15 Uhr treffen sich die Anhänger des königlichen Spiels in der Spinosa am Schlehenweg 1a, um ihr Spiel zu trainieren.

Sven Wobbe, der in einer Steuerberatung arbeitet, reizt am Schach das notwendige strategische Denken. „Außerdem ist es ein sehr ästhetisches Spiel“, sagt der 50-jährige Glinder. „Die entspringt der Harmonie der Figurenpositionen, aus denen wieder harmonische Züge und neue harmonische Positionen folgen.“

Ihn packt der sportliche Ehrgeiz

Außerdem fordert ihn auch der sportliche Aspekt. Denn der einzige Trainer des kleinen Glinder Vereins spielt auch auf Turnieren. Seit 1998 gibt es die Schachgesellschaft, anfangs haben sie mit drei bis vier Mannschaften am Spielbetrieb in Schleswig-Holstein teilgenommen. Wobbes größter Erfolg: „Ich habe zweimal das Vorturnier in der A-Gruppe zur Deutschen-Schach-Amateur-Meisterschaft gewonnen.“ In diesem Jahr läuft die Vorrunde Anfang Februar in Bergedorf und – für ihn selbstverständlich – ist er wieder dabei, ebenso wie sein Schützling Thorben Dietrich, der bereits seit etwa sechs Jahren ambitioniert spielt.

Begeistert berichtet der 18-Jährige: „Jede Partie ist anders, im Vorfeld kann man keine perfekte Strategie haben und damit gewinnen.“ Das strategische Denken ist auch für den 13-jährigen Jannick das Faszinierende an dem Spiel, bei dem es nie um Glück, sondern immer nur um das eigene Können geht. „Das Zufallselement fehlt bei diesem Spiel völlig“, erläutert ihr Trainer. „Es ist sehr komplex.“ Schon nach zwei Zügen mit den jeweils 16 weißen und schwarzen Figuren auf insgesamt 64 Feldern auf dem Brett können 72.084 verschiedene Stellungen entstehen. „Insofern schadet strategisches Denkvermögen dem Spieler nicht“, sagt Sven Wobbe mit einem Augenzwinkern. Ansonsten brauche der Schachspieler vor allem eines: Geduld. Denn der Gegenspieler geht in Gedanken schon verschiedene Schachzüge und ihre Folgen durch – alles Erfahrungssache.

Alter und Können ist unwichtig

Wer die sammeln möchte oder seine Schachkenntnisse verbessern will, ist bei der Schachgesellschaft Glinde freitags ab 18.15 Uhr willkommen. Um das Vereinsleben wieder zu beleben und aktiver am Turnierschach in Schleswig-Holstein teilnehmen zu können, wirbt Wobbe jetzt um neue Mitglieder: „Wir sind eine kleine Gruppe mit sieben Mitgliedern und viel Freude am Schach. Wir freuen uns, wenn Interessierte zu uns kommen, um ihr Spiel zu vervollkommnen, in Gesellschaft die Freude am Schach oder an Schnellschachturnieren, Vereinsmeisterschaften, Gartenschach und anderen Aktivitäten zu erleben.“ Einzige Voraussetzung sei, dass die Grundzüge dem Spieler bereits bekannt sein sollten. Alter und Können seien unwichtig. „Das Schöne am Schach ist auch, dass ein Zehnjähriger gegen einen 90-Jährigen spielen kann“, erzählt Sven Wobbe. Das Training ist kostenfrei und Vereinsbeiträge werden aktuell nicht erhoben.

Kontakt und Anfragen gern an sven.wobbe@mazars.de.