Suk’sche Kate

Kann man Eigentümer zur Sanierung zwingen?

Die Suck’sche Kate war einst beliebstes Fotomotiv für Postkarten. Mittlerweile machen sich die Glinder um ihren Zustand große Sorgen. Seit Jahren ist das Haus unbewohnt.

Die Suck’sche Kate war einst beliebstes Fotomotiv für Postkarten. Mittlerweile machen sich die Glinder um ihren Zustand große Sorgen. Seit Jahren ist das Haus unbewohnt.

Foto: HA

Glinde Die Glinder sorgen sich um ihre Suck’sche Kate. Mit Blick nach Hamburg und auf die Schilleroper keimt jetzt Hoffnung auf.

Glinde.  „Was in Hamburg möglich ist, sollte auch in Glinde möglich sein“, meint der Glinder Hans-Joachim Preuß. Seit Jahren kämpft er mit Unterstützung der Grünen für Erhalt und Sanierung der Suk’schen Kate an der Dorfstraße. Preuß und seine Mitstreiter haben demonstriert, Flugblätter verteilt, Unterschriften gesammelt und Postkarten an den Eigentümer geschickt. Doch der Hamburger tut nur das Allernötigste, das Kulturdenkmal droht langsam zu verfallen.

Preuß setzt seine Hoffnung in die Denkmalschützer, die Druck auf den Eigentümer ausüben sollen. Und er verweist auf Hamburg, wo die Kulturbehörde gerade der Eigentümerin der Schilleroper auf St. Pauli mit einer Ersatzvornahme droht. Der denkmalgeschützte Zirkusbau aus dem 19. Jahrhundert ist im schlimmen Zustand, Regen kann ungehindert eindringen. Falls die Eigentümerin nicht selbst notwendige Sicherungsmaßnahmen vornimmt, will die Behörde sie in Auftrag geben und in Rechnung stellen. „Nächste Woche gibt es einen Vorort-Termin, bei dem die Maßnahmen besprochen werden“, sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. Dabei geht es vor allem um das Abdichten des Rundbaus.

Ersatzvornahmen sind auch im Schleswig-Holsteinischen Denkmalschutzgesetz verankert. „Sie bedeuten aber nicht, dass Gebäude umfangreich auf Staatskosten saniert werden dürfen“, sagt Dr. Berthold Köster aus dem Landesamt für Denkmalpflege in Kiel.

Nur Sicherungsmaßnahmen

Das ist in Hamburg nicht anders. Es dürften nur minimale Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden, etwa das Schließen von Fensterhöhlen. In Schleswig-Holstein haben Denkmalschützer in den vergangenen zehn Jahren nur einmal eine Ersatzvornahme angeordnet – da hatte sich der Eigentümer jahrelang nicht gerührt, Fristen missachtet.

In Glinde ist das nicht der Fall. Der Eigentümer ist den Anordnungen der Denkmalschützer – wenn auch mit Verzögerung – nachgekommen. „Aus unserer Sicht besteht derzeit kein Handlungsbedarf, ist das Gebäude nicht akut gefährdet“, sagt Köster.

Auch in Hamburg sind Ersatzvornahmen keineswegs alltäglich, sagt Enno Isermann. „Eine Ersatzvornahme bedeutet immer einen Eingriff ins Privateigentum, der gut geprüft und abgewägt werden muss“, sagt der Behördensprecher. Sein Kieler Kollege ergänzt: „Zudem sind die Verfahren langwierig und binden Gelder, die die Denkmalbehörde nicht übrig hat.“ Die Fördermittel für mehrere Tausend Kulturdenkmäler im Land seien mit kaum 100.000 Euro sehr knapp bemessen. „Da müssen wir genau überlegen, an welcher Stelle sie ausgegeben werden“, sagt Köster. Zumal nicht sicher sei, dass der Eigentümer die Rechnungen am Ende auch begleicht.

Köster und sein Stormarner Kollege Stephan Brockmöller von der Unteren Denkmalschutzbehörde in Bad Oldesloe versichern, dass sie die Kate im Auge behalten: „Wir dokumentieren ihren Zustand regelmäßig. Auch im Januar ist ein Vorort-Termin geplant“, sagt Brockmöller.