Nachruf

Sein Herz schlug für Frankreich und Europa

Glinde.  Es war ein bewegender Moment, als die Kleinen der französischen Spielgruppen im Juni während der Feier zum 50. der Europa-Union Glinde einzeln zu Hans Meier kamen, um dem Gründungsmitglied eine Blume zu überreichen. „Wir hatten schnell 30 Kinder für einen Austausch zusammen,“, erinnerte sich der damals 92-Jährige an die Anfänge der Verschwisterung.

Jetzt ist „Europa-Meier“, wie ihn alle nannten, im Alter von 93 Jahren verstorben. Nach seiner Gefangenschaft ab 1945 wäre er fast in Frankreich hängengeblieben. Doch es kam anders: Er fand Arbeit beim Stromversorger Schleswag, arbeitete sich dort hoch, gründete eine Familie. Und er setzte sich mit viel Herzblut für die Verschwisterung Glindes mit St. Sébastien sur Loire und später auch mit Kaposvár in Ungarn ein. Die bis zu 487 Mitglieder pflegten in den 1980er-Jahren einen regen Austausch mit Frankreich und Ungarn. Damals war die Europa-Union Glinde bundesweit der stärkste Verband.

Zudem war Hans Meier auch beim TSV im Handballsport aktiv und prüfte 40 Jahre Glinder für das Deutsche Sportabzeichen. Mehrmals wurde er für sein Engagement ausgezeichnet – so mit dem Verdienstkreuz am Bande vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel oder mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt für sein Lebenswerk.

„Die Verschwisterung war sein Leben“, sagt Gerd Mucha, heute Chef der Europa-Union Glinde. Bürgervorsteher Rolf Budde ergänzt: „Hans Meier war ein großer Europäer.“ Bis zuletzt habe er mit Frankreich und Ungarn telefoniert. Er hinterlässt zwei erwachsene Töchter und die Enkel.

Die Trauerfeier ist am 4. Januar 2019 um 11 Uhr in der Friedhofskapelle, Willinghusener Weg 71.