Glinde.

Früher „anrüchige“ Dixi-Klos, heute kleine mobile Badezimmer

Adventskalender   Nordzentrale des Weltmarktführers sitzt in Glinde

Glinde.  ToiToi- und Dixi-Toilettenkabinen kennt jeder. Als die erste Dixi-Toilettenkabine 1973 in Europa eingeführt wurde, kamen sie noch etwas anrüchig daher. Das ist lang vorbei. 1997 fusionierte die Marke mit dem Konkurrenten ToiToi zur ADCO-Unternehmensgruppe. Diese ist heute Weltmarktführer für mobile Sanitärlösungen und mit elf GmbHs bundesweit vertreten. Dass ToiToi & Dixi mittlerweile weit mehr anbietet als mobile Toilettenkabinen für Baustellen, zeigt sich am Standort in Glinde am Biedenkamp.

Von der dortigen „Hamburger“ Niederlassung betreuen 145 Mitarbeiter an zusätzlich 15 Servicestandorten den norddeutschen Raum mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und dem nördlichen Niedersachsen. Etwa 13.000 mobile Toilettenkabinen – auf Wunsch auch ausgestattet mit einem Handwaschbecken – sind im Angebot. „Die meisten Kabinen sind für längere Zeit auf Baustellen stationiert. Dort werden sie im Wochenrhythmus gereinigt, geleert, neu mit Frischwasser befüllt und mit Papier ausgestattet. Und unsere Servicefahrer sind gern gesehen, denn wir verkaufen Sauberkeit, die die Kunden zu schätzen wissen“, sagt Personalleiterin Franziska Hohenstein mit Überzeugung und ergänzt: „Wir erfüllen die Kundenaufträge, wenn es irgend geht, innerhalb von 48 Stunden bundesweit.“

Das Geschäft beschränkt sich nicht mehr nur auf Toilettenkabinen. „Wir bieten vom kleinen Anhänger, der ein komplettes Duschbad mit Vorhang, WC, Waschbecken, Spiegel und Heizung beinhaltet, über Mini-WC-Trailer, große Toiletten- und Bauwagen bis hin zu Frisch- und Abwassertanks sowie Bauzäunen alles an“, erläutert Hohenstein.

Das wachsende Container-Geschäft beschreibt sie folgendermaßen: „Dazu gehören Sanitärcontainer unterschiedlicher Ausstattung. Zudem gibt es ein sehr individuell zu buchendes System. So schaffen unsere Servicemonteure aus der Grundeinheit ein Büro, ein Lager, eine Küche, einen Besprechungsraum, eine Umkleidekabine oder was auch immer gewünscht ist.“

Von „old school“ bis modern

Am Biedenkamp stehen die Container picobello gereinigt übereinander gestapelt. Auch die kleinen Kabinen – von „old school“ in Beige-Braun bis flott modern in Blau-Weiß – warten nach intensivem Kärchern auf ihren neuen Einsatzort. Es sei denn, sie müssen in die Werkstatt zur Reparatur.

Von Glinde aus starten die Servicefahrer, um die Kabinen im Umkreis zu warten. Je nach Bedarf sind sie mit unterschiedlichen Servicefahrzeugen unterwegs, die jeweils mit einem Frischwasser- und einem Fäkaltank ausgestattet sind. Abgesaugt wird unter Vakuum, nahezu geruchsfrei.

Die engagierte Personalchefin Franziska Hohenstein wirbt für die Ausbildungsberufe in ihrem Unternehmen. Gerade ist sie auf der Ausbildungsmesse der Gemeinschaftsschulen vertreten. „Wir stellen jährlich bis zu vier Azubis ein. Zwei werden in drei Jahren zu Kaufleuten im Büromanagement und einer bis zwei innerhalb von zwei Jahren zu Servicefahrern ausgebildet. Letzteren wird der Führerschein finanziert. Deshalb sollten sie innerhalb der Lehrzeit 18 Jahre alt werden“, erläutert sie und stellt bei Engagement langfristige Beschäftigungsverhältnisse in Aussicht. Die nächsten Ausbildungsplätze werden zum August 2019 vergeben. „Bei uns sind aber auch Schülerpraktikanten gern gesehen“, sagt sie einladend.