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Das steckt hinter dem Rolladen im Löschfahrzeug

Das Herzstück des neuen Löschgruppenfahrzeugs ist das blaue Gehäuse mit der Feuerlöschkreiselpumpe samt Steuerung. Sie schafft 3000 Liter pro Minute.

Das Herzstück des neuen Löschgruppenfahrzeugs ist das blaue Gehäuse mit der Feuerlöschkreiselpumpe samt Steuerung. Sie schafft 3000 Liter pro Minute.

Foto: Susanne Tamm

Oststeinbek. Wir öffnen als neuntes Türchen den Rollladen im Heck des neuen Feuerwehrautos.

Oststeinbek.  Der größte Teil der Ladung im neuen Tanklöschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr ist kaum zu sehen. Wenn Wehrführer Michael Lüders den Rollladen im Heck des Fahrzeugs hochschiebt und das Licht eingeschaltet ist, wird die Technik dahinter aber ausgeleuchtet präsentiert wie im Schaufenster. Ganz oben im Hintergrund ist gerade noch eine graue Fläche zu erkennen: Dort hinter der Technik steckt der riesige Wassertank, der bis zur Kabine reicht und 4000 Liter fasst.

„Wir haben das Fahrgestell für 18 Tonnen verstärken lassen, damit wir mehr als die üblichen 1600 Liter unterbringen“, erzählt Michael Lüders. „Wir brauchten mindestens 2500 Liter Wasser. Ausgeliefert wurde das LF erst mit 3800 Liter, dann hat der Hersteller Scania Alu- statt Stahlfelgen montiert. Jetzt passt es wieder. Denn unsere Pumpe schafft 3000 Liter pro Minute, weil wir im Pumpengehäuse ein Schaufelrad mehr haben.“ Das ist nicht nur die passende Ausrüstung für Hochwasserereignisse wie am Himmelfahrtstag 2018, sondern auch um den Löschwerfer des Multistar-Fahrzeugs zu speisen, der 2000 Liter pro Minute schafft.

380.000 Euro hat das gute Stück gekostet

Das Fahrzeug hat die Gemeinde im Mai für 380.000 Euro als Ersatz für das alte Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1991, angeschafft. „Aber jetzt haben wir wesentlich mehr Platz“, erzählt Lüders.

Der Pumpenraum im blauen Gehäuse ist ebenfalls von hinten zu sehen. Gemeinsam mit der teils mechanischen und teils Computersteuerung, die darauf prangt, bildet er das Herzstück des Fahrzeugs. „Ob die komplett oder nur zum Teil computergesteuert ist, ist für uns egal“, erläutert Lüders. „Das ist herstellerabhängig.“ Im Gehäuse steckt die Heckpumpe, eine Feuerlöschkreiselpumpe.

Wassertank für 4000 Liter ist kaum zu sehen

Das schwarze Rad unter der Steuerung dient dazu, zwischen Saug- und Tankbetrieb umzuschalten. Links und rechts davon gibt es zwei grün gekennzeichnete Niederschraubventile für die seitlichen Abgänge des Wassers. In der Mitte, direkt unter dem schwarzen Rad, führt der Eingangsstutzen für den Saugschlauch in den Tank. Dort können die Retter beispielsweise das Sammelstück für vier Schläuche, das rechts oben in der Schublade liegt, anschließen. So kann aus einem Hydranten oder einem anderen Fahrzeug Wasser aufgenommen werden. Die roten Anschlüsse links und rechts sind dafür da, den Tank nach dem Einsatz wieder zu befüllen.

In der Schublade über dem Pumpengehäuse sind außer dem Sammelstück, verschiedenen Schläuchen und Leinen auch Schutzkörbe vor groben Dreck, falls Wasser aus einem Gewässer gepumpt werden muss, untergebracht.

Die Feuerwehr ist für alles gut gerüstet

Rund um die Öffnung im Heck ist noch links der Teleskoplichtmast, um Einsatzstellen, etwa auf der Autobahn oder der Landstraße, auszuleuchten. Oben blitzt die Heckabsicherung im Einsatz orange auf, dazwischen gibt noch eine Rückfahrkamera dem Fahrer den Blick nach hinten frei. „Alles, damit die Kameraden im Einsatz vor Unfällen geschützt werden“, sagt Lüders. Rechts ist eine Leiter montiert, um den auf dem Dach aufgesetzten Werfer zu erreichen. Unterhalb der Öffnung gibt es links und rechts jeweils eine Ein-Personen-Haspel mit je fünfmal 35 Metern aufgewickelten Schläuchen. An der linken Haspel hängt noch ein Unterflurhydrantenstandrohr, das in den Boden eingelassen werden kann, um Wasser aufzunehmen. Unten am Fahrgestell ist noch die Anhängerkupplung zu sehen,

So ist die Feuerwehr Oststeinbek gut gerüstet – da könnte so mancher Feuerwehrmann neidisch werden.