Sanierung

K80: Neue Hoffnung auf Lärmschutz

An der Kreisstraße 80 gibt es nur unzureichenden Lärmschutz.

An der Kreisstraße 80 gibt es nur unzureichenden Lärmschutz.

Foto: Susanne Tamm / BGZ

Glinde. Der Kreis will 2020 die Fahrbahn der K80 sanieren. Glinde sagt zu, die Kosten für Flüsterasphalt zu tragen.

Glinde.  Für die Anwohner nahe der Kreisstraße 80 gibt es neue Hoffnung: Denn Bürgermeister Rainhard Zug hat angekündigt, dass der Kreis Stormarn ab 2020 die Decke der K 80 sanieren will. „Wir haben darauf hingewiesen, dass wir bereit wären, die Mehrkosten für den Flüsterasphalt zu tragen“, sagt Rainhard Zug.

Wie hoch die Kosten werden steht noch nicht fest. „Dafür ist es noch zu früh“, sagt der Verwaltungschef. „Gewöhnlich geht man bei Flüsterasphalt davon aus, dass die Kosten etwa 30 Prozent der Gesamtkosten betragen.“ In Glinde gebe es einen Grundsatzbeschluss dafür, dass die Stadt die Kosten für den lärmmindernden Fahrbahnbelag tragen wolle.

Flüsterasphalt halbiert den Schall

Der Flüsterasphalt entspringt einer Empfehlung des Lärmaktionsplans, dessen dritte Aktualisierung am 6. Dezember auf der Tagesordnung des Bauausschusses steht. Dagmar Coordts kämpft gemeinsam mit 30 anderen Anwohnern der Stübbenkoppel in der Bürgerinitiative „Lärmschutz K 80“ für eine Schallschutzwand entlang der K 80, die diesen Namen auch verdient. „Wir freuen uns über jede Verbesserung, auch wenn es beim Flüsterasphalt wohl nur um drei dB(A) geht“, sagt die Anwohnerin. „Unser Ziel ist und bleibt jedoch eine ausreichende Lärmschutzwand.“

Für die unzureichende Lärmschutzwand an den Privatgrundstücken fühlt sich weder Glinde noch Stormarn verantwortlich. Seit Jahren streitet die Initiative sich mit ihnen darüber, wer es versäumt hat, dort einen ordentlichen Lärmschutz zu errichten.

Kaum Chancen für Tempo-Reduzierung

Doch in Sachen Flüsterasphalt irrt die streitbare Glinderin: Denn eine Lärmminderung um drei dB(A) entspricht etwa einer Halbierung der individuellen Lärmwahrnehmung. Wäre nach einer solch stattlichen Verbesserung die Lärmschutzwand passé? „Nein“, sagt Rainhard Zug. „Beim Lärmschutz an der K 80 gibt es drei Lösungsmöglichkeiten, die parallel angegangen werden: der Fahrbahnbelag, eine Lärmschutzwand und die Geschwindigkeitsreduzierung auf der K 80.

Für letztere sieht er allerdings kaum Chancen. „Die Träger der Kreisstraße wollen, dass sie ihren Zweck erfüllt, nämlich möglichst schnell viel Verkehr ableiten und dabei aus den Stadt- und Gemeindezentren heraushalten.“ Durch eine Geschwindigkeitsreduzierung könnte die K 80 ihre Anziehungskraft verlieren.

Städtischer Lärmschutz wird ersetzt

Sowohl Manfred Wagner (SPD) als auch Bernd Hengst (CDU) hatten sich nach der Lärmschutzwand an der K 80 erkundigt. Wann denn die zusammengebrochenen Elemente der vorhandenen Wände ersetzt würden? Rainhard Zug antwortete: „Das ist nicht so einfach. Weitere Elemente drohen ebenfalls zusammenzubrechen. Laut Tiefbauamt ist es die teuerste Lösung, einzelne Elemente nachgießen zu lassen. Die Pfeiler dort sind 40 Jahre alt, wer weiß was noch passiert.“ 2016 hatte die Stadt bereits einzelne Teile ersetzt. Kosten: 13.400 Euro. Das Rathausteam will die Politik im Januar 2019 informieren.