Ökumene

Christen feiern gemeinsam – mit einem kleinen Wermutstropfen

Glinde.  Ob Groß oder Klein: Alle fielen gestern Chidozie Christian Ene um den Hals. Denn der katholische Pastor wechselt zum 1. Oktober in die Gemeinde Hamburg-Niendorf. Pastor Sören Neumann-Holbeck von der Gemeinde St. Johannes und Christiana Zynda, katholische Gemeindereferentin aus Glinde, hatten ihn zuvor im ökumenischen Gottesdienst verabschiedet.

So lag ein wenig Wehmut über dem anschließenden ökumenischen Gemeindefest. Doch Niendorf ist nicht weit: „Ich habe hier tolle Beziehungen gefunden“, stellte Pastor Ene fest. „Das bleibt. Diese Gemeinde ist Teil meines Lebens, mein Zuhause geworden. Das merke ich schon, wenn ich verreise, dann vermisse ich sie.“

Doch niemand wollte sich von Wehmut überwältigen lassen, auch wenn die A-Cappella-Band „The Five Guys“ sang: „Wir hatten eine gute Zeit.“ Egal, ob Katholiken, Protestanten, jung oder alt, syrische, portugiesische oder angestammte Katholiken: Alle konnten ausgelassen feiern, Rollbahn fahren oder in den transparenten „Bumper-Balls“ gegeneinander antreten.

„Die Leute begegnen sich und feiern “, sagte Zynda. „Im privaten Kreis machen die Menschen doch auch keinen Unterschied, ob Katholik oder Protestant, gläubig oder nicht gläubig.“ Augenzwinkernd sagte Pastor Neumann-Holbeck: „Im Feiern sind wir ganz groß, seitdem wir die Katholiken vor drei Jahren in St. Johannes aufgenommen haben. Vieles von unserer Ökumene dringt gar nicht nach außen. So feiern wir auch sechs Schulgottesdienste im Jahr zusammen.“ Zynda ergänzte noch den Weltgebetstag, Pfingstmontag sowie die Andachten für das Marktfest und das Maifest in Oststeinbek: „Es passiert eine ganze Menge.“