Glinde

Er hat halb Glinde geprägt, jetzt geht der Bauamtsleiter

Frank Thiemann hätte gern noch vorausschauender agiert

Glinde.  Sein Gesicht ist den wenigsten Glindern bekannt, doch Frank Thiemann prägte als Leiter des Bauamtes die Stadt in den vergangenen 18 Jahren wie kaum ein anderer. Der Architekt war maßgeblich für die Entwicklung, Sanierung und den Umbau der Schulzentren am Oher Weg, am Holstenkamp und am Tannenweg verantwortlich. Unter seiner Federführung entstand die neue Feuerwehrwache am Oher Weg, heute Stormarns Vorzeigewehr. Und er hat die Neubaugebiete Alte Wache, Gleisdreieck, Oher Weg und den Neubau des Bauhofs mit angeschoben.

„Ich bezeichne es als Glück, gestalten zu können und Spuren zu hinterlassen, besonders weil Glinde in der Zeit unglaublich gewachsen ist“, sagt Thiemann. Nur der in seinen Augen wenig gelungene Marktplatz geht nicht auf seine Kappe, er ist älter.

Ende August verlässt der 57-Jährige Glinde und sucht neue Herausforderungen in der Gemeinde Ammersbek. Hier wird er als Bauamtsleiter ebenfalls eine neue Feuerwehrwache planen. Allerdings mit einem Unterschied: Der gebürtige Bergstedter will mit dem Rad zur Arbeit in die Nachbarkommune fahren. „Die Radwege dort sind im Vergleich zu Glinde gut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Die Sanierung der Glinder Radwege wird sein Nachfolger anpacken müssen, ebenso wie die Schadstoffbeseitigung in den Schulen und den Neubau zweier Mensen. Sein Nachfolger, künftiger Chef von 13 Mitarbeitern, muss jedoch erst noch gefunden werden.

Der darf auch die Lorbeeren einfahren, wenn das Schulzentrum Holstenkamp nach jahrelangem Umbau 2019 endlich fertig und offiziell eingeweiht werden soll. Thiemann findet schon jetzt, dass das Projekt mit preisgekrönter Mensa sehr gelungen ist. Am meisten aber freut er sich, dass er die Magnolie im Hof während der Bauphase vor der Säge retten konnte.

Weniger durchsetzungsstark war er beim Erhalt der Stabsgebäude und des alten Wachgebäudes auf dem Gelände des einstigen Bundeswehrdepots. Thiemann: „Ein fataler Fehler.“ Genauso habe Glinde es in den vergangenen Jahren versäumt, sich eigene Grundstücke zu sichern. Das rächt sich heute, hat die Stadt doch kaum noch Entwicklungspotenzial für künftige Generationen. Bis zu seinem Weggang Ende August will Thiemann aber ein letztes Projekt zu Ende bringen: den Abriss der Pfanne auf dem Markt.

Seinen Jahresurlaub hat Frank Thiemann mit dem neuen Arbeitgeber schon geklärt: Im Herbst fliegt er mit seiner Frau Dr. Astrid Thiemann nach Hawaii. Der Architekt und die Ärztin besuchen nicht nur leidenschaftlich gern Rock-Konzerte der ganz Großen, etwa der Rolling Stones, von Eric Clapton oder Bruce Springsteen in anderen Städten. Sie suchen auch die Begegnung mit Menschen und Kulturen anderer Kontinente, wie Australien und Amerika. „Da hatten wir schon so tolle Erlebnisse“, schwärmt er – auf zu neuen Entdeckungen.