Unterricht

Neue Orchesterklasse: Gymnasium Glinde musiziert

Etwa 50 Kinder aus den Orchesterklassen des Gymnasiums Glinde zeigen auf der Bühne, was sie können.

Etwa 50 Kinder aus den Orchesterklassen des Gymnasiums Glinde zeigen auf der Bühne, was sie können.

Foto: Susanne Tamm / BGZ

Glinde. Nach den Sommerferien geht die vierte Orchesterklasse an den Start. Hier lernen die Kinder, gemeinsam zu musizieren.

Glinde.  Kein Konzert, aber eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens lieferten gestern Vormittag die Orchesterklassen 5 und 6 a des Gymnasiums im Forum ab: Da sich Besuch der Sparkassenstiftung der Sparkasse Holstein angemeldet hatte, zeigten die Musiker im Alter von 11 bis 14 Jahren was sie können. Denn die Stiftung hatte die Schule bei der Anschaffung der Instrumente schon großzügig unterstützt, als dieses Modell vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde.

„Seitdem ist jedes Jahr im 5. Jahrgang eine neue Orchesterklasse hinzugekommen“, erläuterte Schulleiterin Eva Kuhn. „Alle Schüler haben erst in dieser Zeit gelernt, ihr Instrument zu spielen.“ Zum Start im Schuljahr 2015/16 hat das Gymnasium 22 Instrument angeschafft, danach jedes Jahr noch einmal 16 Instrumente. „54 Musikinstrumente kosten eine Menge Geld“, erklärte sie den Schülern. „Das hätten wir ohne unsere Sponsoren wie die Firma Siegfried Jacob und die Sparkassenstiftung nicht geschafft.“

Schulung in Rücksicht und Konzentration

Bei der Orchesterklasse können die Fünftklässler im ersten halben Jahr Instrumente ausprobieren, bevor sie sich für eines entscheiden, das sie lernen wollen. Die Eltern unterzeichnen einen Nutzungsvertrag und zahlen monatlich etwa 40 Euro. Dafür können ihre Kinder „ihr“ Instrument mit nach Hause nehmen, erhalten zusätzlichen Musikunterricht und spielen gemeinsam im Orchester.

„Während der Orchesterproben lernen die Kinder Rücksichtnahme und Konzentration – eine wahnsinnige Schulung“, erläutert Eva Kuhn. Und Klassen- und Musiklehrerin Inga Kjer bestätigt: „Das bringt viele Schüler in ihrem Sozialverhalten weit vorwärts.“

Was wäre ein Leben ohne Musik?

Unter Anleitung von Inga Kjer und Lehrer Olaf Kindt spielten die gut 50 Nachwuchsmusiker nun Stücke wie „Easy Peasy“ oder „Oye como va“ vor. Thorben Buschke blies die Posaune und wurde bei dem schwierigen Stück „The Philosopher“ von Norman Goffin von seinem Großvater Karsten Sohrt (79) auf dem Klavier begleitet. Der 14-Jährige ist ebenso wie die zwölfjährige Pianistin Melina Lu Wonschik (12) Preisträgerin bei Jugend musiziert auf Landesebene. Der Großvater sagte stolz: „Ein großer Spaß, denn beim Musizieren begegnen wir uns auf einer Ebene.“

Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse Holstein war beeindruckt. „Da sind wir schon stolz, dass wir mit unserem Geld dazu beigetragen haben.“ Der Hauptgrund für die Spende von insgesamt 9000 Euro sei das gemeinsame Musikerlebnis: „Und was wäre ein Leben ohne Musik?“, fragte er.