Brandschutz

Theoter ut de Möhl ausgesperrt

Mitglieder und Fans des Theoter ut de Möhl sind sauer, weil niemand mit ihnen spricht.

Mitglieder und Fans des Theoter ut de Möhl sind sauer, weil niemand mit ihnen spricht.

Foto: Susanne Tamm / BGZ

Glinde. Bürgermeister untersagt Ehrenamtlichen, die Probenbühne im Keller zu nutzen. Sie erwägen jetzt rechtliche Schritte einzuleiten.

Glinde.  Die Empörung der Mitglieder des Theoter ut de Möhl ist groß: Bürgermeister Rainhard Zug hat ihnen in einem Schreiben als Vermieter mit sofortiger Wirkung die Nutzung ihres Probenraums und ihrer Theaterwerkstatt untersagt. Hintergrund sind die Mängel, die bei einer Brandverhütungsschau des Kreises dort festgestellt wurden (wir berichteten).

Für den Keller fehlt der zweite Fluchtweg. Und auch bei der Umkleide neben der Bühne im zweiten Obergeschoss wäre eine reibungslose Evakuierung im Fall eines Brandes nicht sichergestellt.

Der Verein fordert Ersatz vom Vermieter

„Durch die fehlende Genehmigung ist ein Mangel an der Mietsache entstanden“, stellt Wolfgang Pohlmann, Vorsitzender des Vereins Theoter ut de Möhl, im unterkühlten Ton fest. Doch er ist stinksauer: „Niemand spricht mit uns, um eine Lösung zu finden. Als die Sporthalle zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden musste, wurden alle Nutzer an einen Tisch geholt, um Lösungen zu finden.“ In ihrem Fall herrsche Funkstille.

Deshalb fordert der Verein von seinem Vermieter nun bis spätestens 6. April Ersatz. Außerdem verlangt er, den Mangel bis spätestens 23. April zu beseitigen. Das hat Bürgermeister Rainhard Zug schriftlich mitgeteilt. Ansonsten hat Pohlmann das einstimmige Votum, einen Anwalt einzuschalten. Denn das Ensemble mit 54 Mitgliedern auf und hinter der Bühne sieht nicht nur seine Aufführungen der Komödie „De Burgemeester un sien Föhrerschien“ ab 25. Mai in Gefahr, sondern auch die Existenz des Theoters ut de Möhl. „Ich habe 54 Mitglieder, drei Ensembles“, sagt Wolfgang Pohlmann, „die wollen alle spielen“.

„Beim Brandschutz fackeln wir nicht lange“

Die Mimen erwarten jeweils mittwochs von 19 bis 22 Uhr die Bühnennutzung oder eine Probenbühne im Saal, jeweils an einem Tag der Woche einen Probenraum von 19 bis 22 Uhr für ihre hochdeutsche Inszenierung und für Sketche sowie an zwei Vormittagen von 9 bis 13 Uhr eine Werkstatt nahe der Bühne.

„Ich kann nachvollziehen, dass die Mitglieder aufgeregt sind“, sagt Bürgermeister Rainhard Zug. „Doch beim Brandschutz dürfen wir nicht lange fackeln. Das Theoter ut de Möhl ist wichtig für Glinde und uns ist klar, dass wir dies sichern müssen. Wir suchen nach einer Übergangslösung.“ Bisher aber habe man noch keine Alternative gefunden. Mit dem Verein tausche er sich darüber aus.

Der Bürgermeister haftet persönlich

„Doch wenn es dort einen Brand gibt und Menschen eine Rauchgasvergiftung erleiden – das kann weder ich noch ein Vereinsvorstand verantworten“, erklärt Zug.