Oststeinbek

SPD diskutiert über Sorgen der Familien

Bürgerdialog erreicht kaum Betroffene

Oststeinbek.  Gibt es arme Familien im reichen Oststeinbek? Falls ja, wie erreicht man sie? Wie ist es um die Spielplätze im Ort bestellt? Gibt es ausreichend Kita-Plätze? Und wie sicher ist der Schulweg für die Jüngsten? Die SPD wollte mit Eltern und Familien über ihre Sorgen, Ideen und Anregungen sprechen. Gekommen war zwar nur eine Mutter, dafür aber auch Vertreter der anderen Fraktionen und Mitarbeiter des Horts und so entspann sich doch noch eine rege Diskussion über Familienthemen.

Christine Pagels, Mutter einer fünfjährigen Tochter und eines dreimonatigen Sohnes, nutzte ihre Chance, ihre Sorgen direkt bei den Politikern loszuwerden. „Ich habe Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass meine Tochter auf dem Schulweg bald die Stormarnstraße überqueren muss, um zur Grundschule zu kommen“, sagte sie. Sie sei mit einer Familie befreundet, deren Siebenjährige an der Ampelkreuzung fast verunglückt wäre, weil ein abbiegender Autofahrer sie übersehen hatte. Auch der Barsbütteler Weg komme ihr trotz Tempo 30 wie eine Rennstrecke vor und so manche Hecke breite sich derart über den Bürgersteig aus, dass die Kinder statt neben-, nur hintereinander gehen könnten.

SPD-Gemeindevertreterin Silke Fillies hatte Verständnis: Ihr Sohn sei an derselben Stelle angefahren und schwer verletzt worden. „Leider können wir hier nicht viel tun, weil die Möllner Landstraße und die Stormarnstraße Landesstraßen sind“, sagte sie. „Bisher konnten wir nur die Ampeltaktung leicht verändern.“ Eine Zuhörerin äußerte die Idee, Schülerlotsen an den Punkten mit Gefährdungspotenzial aufzustellen, um die Kinder sicher zur Schule zu führen.

CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck bemerkte, dass die morgendlichen Autofahrer mit zu viel Tempo meist Mütter seien. Matthias Prall (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses, erläuterte, dass die Politik auf das neue Verkehrskonzept setzt: Für die neue Grundschule empfehle es eine Verkehrsführung über die Straße Meessen. Ein Zebrastreifen in der Tempo-30-Zone werde von der Verkehrsaufsicht leider jedoch nicht genehmigt. Vorbeck riet: „Bei zugewachsenen Fußwegen hat mancher Anruf im Ordnungsamt schon Wunder bewirkt.“