6. Mai 2018

Parteien bereiten sich auf den Wahlkampf vor

Jan Lont, Thomas Kopsch und Stefan Gebenus (v. li.) wollen mit der FDP in die Stadtvertreung einziehen.

Jan Lont, Thomas Kopsch und Stefan Gebenus (v. li.) wollen mit der FDP in die Stadtvertreung einziehen.

Foto: Undine Gerullis / BGZ

Glinde. Die Partei-Mitglieder müssen Listen und Programme noch absegnen. Die FDP will mit ins Rennen gehen, muss aber noch suchen.

Glinde.  Die Liberalen stehen schon in den Startlöchern: Die FDP möchte am 6. Mai 2018 nach zehn Jahren Pause wieder in die Stadtvertretung einziehen. Für ihr Wahlprogramm will die Partei die Bürger mit einbeziehen, ihr Diskussionspapier von „unten nach oben“ weiterentwickeln. Deshalb wenden sich ihre Mitglieder an diesem Sonnabend an einem Stand in der Marktpassage an die Bürger.

Unter dem Motto „Glinde in Bewegung“ wollen sich die Liberalen, die bis 2008 in den städtischen Gremien vertreten waren auch am 3. und 17. Februar vormittags in der Fußgängerzone nach den Sorgen und Ideen der Glinder erkundigen. Ganz oben stehen bei der FDP die Themen S-Bahnanschluss, eine stärkere hauptamtliche Unterstützung der Feuerwehr und der Städtepartnerschaften sowie ein schulpolitisches Gesamtkonzept. „Ein Campus wäre schön“, sagt Thomas Kopsch, Vorsitzender des Ortsvereins.

Sieben Kandidaten fehlen auf der Liste der FDP

Wer noch für die FDP antreten will, ist willkommen. Thomas Kopsch ist zuversichtlich, dass seine Partei bis Fristende Anfang März, noch sieben weitere Kandidaten für die Liste findet. Im Zweifel würden sie auch in weniger Wahlkreisen antreten.

Die CDU hat ihre 14 Kandidaten schon: „Unsere Mitglieder stimmen am 29. Januar über den Vorschlag unseres Vorstandes ab“, berichtet CDU-Chef Dr. Rainer Neumann. Demnach stände der amtierende Bürgervorsteher Rolf Budde auf Platz eins, Neumann auf zwei, gefolgt von Jutta Freitag. Unter den Kandidaten sind aber auch drei neue. Eine Arbeitsgemeinschaft tüftelt derzeit noch am Wahlprogramm der CDU. „Die wichtigsten Themen werden bei uns aber die Entwicklung der Stadtmitte, die Zukunft der Schulen sowie mehr Polizeipräsenz für die innere Sicherheit.

SPD und CDU in den Startlöchern

Die Kandidatenliste der SPD steht ebenfalls, sagt Tim Schirrmacher, zweiter Ortsvorsitzender. Doch bevor am 23. Januar darüber die Mitglieder entscheiden, will er keine Namen bekanntgeben. Das Wahlprogramm sei ebenfalls fertig, müsse nur noch redigiert werden. Darin geht es unter anderem um die Stärkung aller Glinder Schulen, ein Projekt gegen häusliche Gewalt, die Unterstützung des Jugendbeirats, aber auch um Dauerbrenner wie den sozialen Wohnungsbau und den Umweltschutz.

Die Grünen wollen während ihrer Mitgliederversammlung am 10. Februar noch eine Kandidatin nachwählen, dann in allen Wahlkreisen antreten. Die Liste wird von Petra Grüner angeführt, auf sie folgt Jan Schwartz.

Die Grünen-Fraktion bröckelt

Hinter den Kulissen bröckelt die Fraktion. Es kam zur Kampfabstimmung mit dem aktuellen Fraktionschef Wolf Tank um Platz zwei. Durch eine Enthaltung unterlag er nur knapp. Danach wurde ihm, seit 1986 Stadtvertreter, nur noch Platz sieben angeboten. Damit wollte er sich nicht zufrieden geben und nimmt deshalb jetzt seinen Hut. Aus Protest gehen Torsten Kalkbrenner und Martin Rusche gleich mit.

Jan Schwartz hingegen erhofft sich jetzt einen Aufbruch, setzt auf mehr Mitarbeit in der Fraktion: „Wir haben einige Neueintritte, darunter lebenserfahrene Menschen“, sagt er. „Auf unserer Liste stehen acht Frauen und sechs Männer. Erstmals sind es mehr Kandidatinnen. Wir wollen unsere Kommunikation öffnen, etwa mit öffentlichen Fraktionssitzungen.

Grüne erneuern und verjüngen sich

Das Wahlprogramm sei noch in einem frühen Stadium, da die Liste es noch beschließen müsse. Wesentliche Punkte darin seien die Fahrrad- und die Verkehrspolitik, die Beteiligung der Bürger an der Neugestaltung der Stadtmitte sowie der soziale Wohnungsbau.