Havighorst

„Auf den Stock gesetzt“: Gemeinde fällt 20 Erlen

Verkehrssicherungspflicht Oststeinbek fürchtete Astabbrüche – Anwohner: Bäume waren gesund

Havighorst.  20 Erlen in einer Reihe an der Boberger Straße und Am Ohlendiek sind jüngst Motorsägen zum Opfer gefallen – sehr zum Ärger der Anwohner. „Wir haben dafür überhaupt kein Verständnis, wenn unserem Kinderspielplatz der Sicht- und Lärmschutz genommen wird“, sagt ein 38-jähriger Havighorster. „Wir haben uns unter anderem wegen des alten Baumbestandes an der Wiese diese Bauplätze ausgesucht. Und die ­Erlen waren vollkommen ­gesund.“

Michael Siller, seit sechs Jahren Bauhofleiter in Oststeinbek, weiß über die Fällung Bescheid: „Der Pflegezustand der Erlen ließ leider zu wünschen übrig“, sagt er. „Sie waren 15 bis 17 Meter hoch und wurden in den letzten Jahren nicht oder aber falsch gepflegt.“

Sie seien vor vielen Jahren bereits gekappt worden. „Daran ist erst einmal nichts auszusetzen“, so Siller. „Aber die Wassertriebe, die sich dann bilden, müssen zurückgeschnitten werden. Das ist hier leider nicht passiert.“ Wenn diese Wassertriebe ungehindert weiterwachsen dürften, würden in späteren Jahren vermehrt Astabbrüche drohen.

„Und genau das haben wir seit dem letzten Jahr auch dort am Spielplatz und am Graben beobachtet“, sagt Michael Siller. „Einer unserer Kollegen hat sich am Institut für Baumpflege in Bergedorf als Baumsachverständiger fortbilden lassen und wir sind dabei, ein Baumkataster zu erstellen.“

Daher würden zurzeit viele Bäume in den Fokus geraten, die lange Jahre nicht mehr im Blick der Verwaltung waren. „Wir mussten hier unsere Verkehrssicherungspflicht erfüllen“, erklärt der Bauhofleiter. Und weil das Ende der Fällzeit in Schleswig-Holstein am 15. März nahe, habe man schnell handeln müssen. „Wir haben die Erlen auf den Stock gesetzt. Aber sie werden wieder austreiben, sonst pflanzen wir dort nach“, sagt Siller.

Der Anwohner kann die Begründung nicht nachvollziehen. „Wir haben in der Vergangenheit auch Firmen mit der Baumpflege beauftragt und konnten noch keine größeren Astabbrüche beobachten“, sagt der 38-Jährige. Er hätte sich zumindest eine Rücksprache mit den betroffenen Anwohnern gewünscht.