Naturschutz

Jochen Bloch kämpft für den Erhalt der Bäume

Jochen Bloch vom BUND Oststeinbek/Glinde will einen Baumschutzkataster einführen

Jochen Bloch vom BUND Oststeinbek/Glinde will einen Baumschutzkataster einführen

Foto: Louisa Rascher / BGZ

Glinde. Der BUND will in Glinde und Oststeinbek ein Baumkataster durchsetzen. Dabei erhält der Ortsverein Hilfe aus der Politik.

Glinde/ Oststeinbek.  Wer in Glinde oder Oststeinbek einen Baum fällen will, der hat es nach Ansicht von Naturschützer Jochen Bloch nicht schwer. Selbst wenn es sich nicht um einen durch Pilzbefall oder Blitzschlag einsturzgefährdeten, sondern um einen kerngesunden Baum handelt, sei es ein Leichtes eine Fällgenehmigung zu erhalten. Das will der Vorsitzende des BUND-Ortsvereins nun ändern.

Das Befinden von Ahorn, Birke und Weide

Der Ortsverein, der für Glinde und Oststeinbek zuständig ist, will die Einführung eines Baumkatasters in beiden Kommunen durchsetzen. Ins Boot geholt hat der Naturschutzverband Gerd-Michael Geierhaas, der sich als Glinder Stadtvertreter (SPD) den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben hat und den BUND als Mitglied unterstützt. „Wir würden in einem Baumkataster alle Bäume mit Baumart, Stammdurchmesser und anderen Daten erfassen“, sagt Geierhaas.

Das Befinden von Ahorn, Birke und Weide werde dort vermerkt. Ein passendes EDV-Programm koste bis zu 10 000 Euro. Zuständig für das Baumkataster wären die jeweiligen Baumkontrolleure. Ein Baumkataster, sagt Glindes Baumkontrolleurin Sabine Leesker, „würde mir viel Zettelwirtschaft ersparen und allen einen viel besseren Überblick verschaffen“.

In dem Verzeichnis sollen laut Bloch vor allem Bäume aufgelistet werden, die schützenswert sind. Die Verwaltung müsse dann genau prüfen, ob eine Fällung unumgänglich ist. Bislang aber liegt die Erteilung von Fällgenehmigungen beim Kreis Stormarn. Wer in seinem Garten eine Birke fällen will, muss zunächst die Kommunalverwaltung darüber informieren. Handelt es sich um einen ortsprägenden Baum, wie eine besonders alte Weide, muss ein Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNb) des Kreises eingereicht werden.

Ist die Kreiverwaltung überlastet?

„Die erteilt manchmal auch dann Genehmigungen, wenn eine Fällung eigentlich vermeidbar wäre“, beobachtet Bloch. Das geschehe nicht aus Ignoranz vermutet er, sondern aus Zeitmangel. Denn eigentlich regeln die Kommunen durch Baumschutzsatzungen selbst, welche Bäume und Gehölze schützenswert sind. Seit sich aber immer mehr Kommunen in Stormarn von ihren Baumschutzsatzungen und der damit verbundenen Arbeit verabschiedet haben, ist die UNb des Kreises als nächste Instanz zuständig.

„Auf drei Mitarbeiter kommen dann Hunderte Fällanträge im Monat. Einen Ortstermin können die oft nicht wahrnehmen“, sagt Bloch. Die Folge: Fällgenehmigungen würden nicht auf Basis von Kontrollen der Kreismitarbeiter, sondern auf Grundlage von privat in Auftrag gegebener Gutachten erteilt. Für eine Stellungnahme war die UNb gestern nicht zu erreichen.

Seit 1992 hat Oststeinbek keine Baumschutzsatzung mehr, Glinde hat ihre 2011 abgeschafft. Eine Alternative für den kommunalen Baumschutz ist nie geschaffen worden. „Seit es die Baumschutzsatzung nicht mehr gibt, beobachten wir einen stetigen Rückgang an Grün in Glinde“, sagt Geierhaas. Ob ein Baumkataster eingeführt wird, hängt nun von der Politik ab.