Kulturdenkmal

Keimzelle Suck’sche Kate unter Denkmalschutz

So schmuck sah die Suck’sche Kate noch vor drei Jahren aus – solange sie noch von Anni Hanke, der Enkelin des alten Suck, bewohnt wurde.

So schmuck sah die Suck’sche Kate noch vor drei Jahren aus – solange sie noch von Anni Hanke, der Enkelin des alten Suck, bewohnt wurde.

Foto: Annett Habermann

Glinde. Bebauungsplan sieht Grünland vor. Das Bauwerk hat laut Landeskonservator „besonderen geschichtlichen Wert“.

Glinde.  Die Glinder machen sich Sorgen um die Keimzelle ihrer Stadt: Seit die 1855 erbaute, reetgedeckte Kate an einen Bergedorfer Unternehmer verkauft wurde, ist dort an der Dorfstraße nichts mehr passiert. Doch jetzt können sie aufatmen: Landeskonservator Dr. Michael Paarmann erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Kate als Kulturdenkmal in die neue Liste des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen wird. Der Eigentümer werde vom Landesamt für Denkmalpflege gerade darüber benachrichtigt.

Inventarisator hat das Gebäude geprüft

„Unser Inventarisator hat das Gebäude von außen geprüft“, sagte Paarmann. Abgesehen davon, dass die Kate leer stehe und nicht im besten Zustand sei, habe er festgestellt, dass sie der einzige Rest ihrer Zeit sei. Das übrige Areal sei ansonsten von Nachkriegsbauten geprägt. „Wegen seines besonderen geschichtlichen Wertes wird das kleine, ländliche Bauwerk ins Denkmalbuch Schleswig-Holsteins aufgenommen“, sagte Paarmann.

Bis Ende 2014 galt die Suck’sche Kate als „einfaches Kulturdenkmal“. Dies hatte allerdings weder Folgen für das Gebäude noch für den Eigentümer. Mit dem neuen Denkmalschutzgesetz wurde die alte Liste mit etwa 16 000 einfachen Kulturdenkmalen aufgelöst. Für die 6000 besonderen Denkmäler des Landes gilt der Bestandsschutz weiter. Im Laufe der Zeit sollen sämtliche einfachen Kulturdenkmäler nochmals auf den Prüfstand und kommen möglicherweise auf die neue Liste.

Der Eigentümer wird nun informiert

Der Eigentümer der Kate wird nun informiert, dass er jede bauliche Veränderung vom Landesamt genehmigen lassen und das Denkmal im Rahmen des Zumutbaren erhalten muss. Das Landesamt hilft mit Beratung, Steuer-Bescheinigungen und nimmt Anträge auf Förderung entgegen.

„Der Eigentümer wird aber selbstverständlich nicht völlig entrechtet“, sagt Paarmann. „Er könnte sich noch mit einer Klage beim Verwaltungsgericht in Schleswig wehren.“ Das vorige, langwierige Verfahren mit Anhörung, Einlegen von Rechtsmitteln und Bewahrung von Fristen entfalle jedoch. Mit dem Bescheid ist die Aufnahme rechtsgültig. Der Eigentümer war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Kate wurde 1855 erbaut

Die Kate wurde 1855 vom Schuster Hinrich Suck erbaut. Als Gemeindevorsteher nutzte der „ole Suck“, wie er bei den Glindern hieß, seine Werkstatt und die gute Stube für Sprechstunden, als Büro und Gemeindekasse. Nach dem Tod von Hinrich Suck 1939 blieb das Haus im Familienbesitz. Seine Enkelin Anni Hanke lebte bis zu ihrem Tod mit 96 Jahren 2012 in dem alten Haus.

Der Bebauungsplan sieht auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück eigentlich nur Grünland vor: Wird die Kate abgerissen, darf dort nicht mehr gebaut werden. Sonst hätte es vermutlich eher Kaufinteressenten gegeben.