Prozess

Mordverdächtiger: „Alles eine Lüge“

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Havighorst/Lübeck. Am Freitag hat vor dem Landgericht Lübeck der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des jungen Nachtportiers Massoud A. (29) begonnen. Er streitet die Tat ab.

Im Rückblick erscheint die Tat wie eine Hinrichtung. Nach vier Schüssen in Kopf und Brust bricht der 29-jährige Massoud A. zusammen. Ein Radfahrer und eine Spaziergängerin entdecken die Leiche des jungen Nachtportiers am Morgen des 5. März 2014 auf einem Wirtschaftsweg in der Havighorster Feldmark und melden den Fund der Polizei. Zehn Tage später nimmt ein Mobiles Einsatzkommando den Tatverdächtigen Amir H. in Jenfeld fest.

Der Angeklagte Amir H. stammt wie das Opfer aus Afghanistan. Die beiden waren einst miteinander verschwägert: Amir H. war mit der Schwester der Frau des Opfers verheiratet, die Ehe wurde im vergangenen Jahr geschieden. Dennoch blieben der Angeklagte und das Opfer befreundet.

Die Hinterbliebenen stehen noch unter Schock. Massoud A. hinterließ seine Frau (30) und zwei Töchter im Alter von neun und fünf Jahren. Außer der Witwe verfolgten gestern viele Verwandte und Freunde den Prozessauftakt. Neun Angehörige treten als Nebenkläger gegen Amir H. auf. Ein Mann, der einst zu ihrer Familie gehörte und seit März in Untersuchungshaft sitzt.

Erst kurz vor Verhandlungsbeginn führten Polizisten Amir H. am Freitag in den Gerichtssaal – trotz der langen Haft eine gepflegte Erscheinung. „Das ist alles Lüge“, ließ er nach der Verlesung der Anklage über die Dolmetscherin erklären. Er sei zur Tatzeit in einem Hamburger Spielcasino gewesen, ließ Amir H. übersetzen. Das gleiche Alibi hatte er der Polizei schon bei seiner Festnahme präsentiert, bereits damals erwies es sich als haltlos.

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