Elternbriefe

Frühzeitig aufklären, damit Kinder nicht sprachlos bleiben

Foto: dpa

Glinde. Elternbriefen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) soll bei Eltern mit Migrationshintergrund künftig ein Infoblatt in der jeweiligen Muttersprache beigelegt werden. Dies hat die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung beantragt.

Die wissenschaftlich belegte Erkenntnis, dass Kinder ab dem dritten Lebensjahr spielend Sprachen lernen, hat Stadtvertreterin Ursula Busch (CDU) mit dem eigenen, mittlerweile erwachsenen Sohn erlebt. Sie möchte, dass Eltern mit Migrationshintergrund künftig über diese Chance aufgeklärt werden. Deshalb hat ihre Fraktion beantragt, dass den Elternbriefen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) im zweiten Lebensjahr des Kindes ein Infoblatt zum Thema in der jeweiligen Muttersprache beigelegt wird. Der CDU-Antrag fordert auch, eine eventuell nötige Aufstockung des Betreuungspersonals zu ermitteln. Zusätzliches Geld sollte in den Haushalt 2013 eingestellt werden. Die Stadtvertretung wird in der Dezember-Sitzung darüber beraten.

„Ich bin während eines Besuches in der KiTa Wirbelwind darauf gekommen, dass man Elternbriefe und die in der Muttersprache verfasste Information gut zusammenbringen könnte“, sagt Busch. Die Aufklärung sei wichtig, denn häufig würden Kinder erst so spät zur Betreuung angemeldet, dass Sprachdefizite bis zur Einschulung nicht mehr ausgeglichen werden könnten, das sei ihr bestätigt worden.

Ursula Busch hat sich an Ingo Loeding, DKSB-Geschäftsführer in Stormarn, gewandt und traf dort auf offene Ohren. „Die Anregung ist prima. Wir werden schauen, wie wir den Ansatz unterstützen und die Elternbriefe nachrüsten können“, sagt er. Dafür müssten nur einige formale Hürden überwunden werden, denn die Stadt muss immer die Einwilligung der Eltern einholen, bevor die Daten für den Versand an den Kinderschutzbund weitergereicht werden können. Diese Anfrage müsste natürlich auch schon in der Muttersprache verfasst sein, regt er an.

Außerdem könnten auch die Kitas nicht außen vor bleiben, denn wenn die Eltern das Angebot der Sprachförderung annehmen und auf die Kitas zukommen, müssten diese personell verstärkt werden. „Außerdem ist eine Unterstützung im Umfeld wichtig“, so Loeding.

Damit bestätigt er die Forderung des Chefs der KiTa Wirbelwind, Rolf Glöckner. Der lobt den Ansatz der CDU, sagt aber: „Das kann nur eine flankierende Maßnahme sein. Gemeinsam mit den Eltern muss geklärt werden, was sie von der KiTa erwarten, was wir leisten und was wir gemeinsam erreichen können. Es ist nicht damit getan, dass sie die Kinder hier abgeben. Sie müssen zu Hause mitmachen“, sagt er. Sachgebietsleiter Ole Jönsson bestätigt das: „Der Antrag wird geprüft. Ich habe noch Nachfragen. Aber er könnte vermutlich in die Juni-Beratungen für den Nachtragshaushalt eingehen.“