Radtour

3658 Kilometer Strapazen für sauberes Wasser

Foto: privat

Oststeinbek. Zwei Oststeinbeker sind mehr als 3500 Kilometer nach Istanbul in der Türkei gefahren - mit dem Fahrrad. Sie durchfuhren zehn Länder, überquerten zwei Bergpässe und 6000 Höhenmeter in fünf Tagen. Ihr Ziel: Spenden sammeln für sauberes Trinkwasser.

Der Empfang in Istanbul auf dem großen Platz vor der Hagia Sophia war das Schönste an der ganzen Reise. „Wir wurden umzingelt von vielen Menschen, die nicht glauben konnten, was wir da in den vergangenen sechseinhalb Wochen absolviert hatten“, sagt Thomas Wiedl. Und das war eine Menge: Der 68-jährige Oststeinbeker radelte zusammen mit seinen Freunden Helmuth Luther (63) aus Oststeinbek und Günter Sager (69) aus Pinneberg einmal quer durch Europa – von Oststeinbek bis nach Istanbul.

3658 Kilometer legten die drei auf ihrer Tour zurück, sie durchfuhren zehn Länder, überquerten zwei Bergpässe und 6000 Höhenmeter in fünf Tagen. „Hätte ich gewusst, dass es so anstrengend wird, hätte ich es mir vielleicht anders überlegt“, sagt Luther. Fünf Kilogramm hat er auf der kräftezehrenden Tour verloren, trainiert hatte er vorher nicht.

Seine Mitstreiter dafür umso mehr: Wiedl und Sager sind passionierte Radfahrer. Vor zwei Jahren absolvierten sie ihre erste große Radreise: 2420 Kilometer von Hamburg bis nach Rom. „Doch auch uns tat vom langen Sitzen der Hintern weh“, sagt Wiedl. Zumal die Straßen umso schlechter wurden, je weiter östlich sie kamen. Von Muskelkater blieben die drei auf der gesamten Strecke aber verschont.

Neben dem großen Ziel, in Istanbul heil anzukommen, hatten die drei noch ein zweites: Spenden sammeln für den Hamburger Hilfsverein „Viva con Agua“. Der hat es sich zusammen mit der Welthungerhilfe zur Aufgabe gemacht, Menschen auf der ganzen Welt einen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

„Wie wichtig Trinkwasser ist, haben wir auch auf der Reise gemerkt“, sagt Wiedl. Bei bis zu 40 Grad Celsius im Schatten und einer täglichen Strecke von rund 100 Kilometern musste jeder von ihnen mindestens fünf Liter Wasser trinken. „Unser Glück war, dass wir durch Europa fuhren, wo man überall das Leitungswasser ohne Bedenken trinken kann“, so Luther. Auf anderen Kontinenten ist das nicht selbstverständlich. Die drei sammeln für ein Projekt in Nordindien.

Im Gegensatz zur Wasserqualität waren die Straßen, die sie befuhren, nicht ganz so unbedenklich. „In Rumänien oder Bulgarien gibt es so gut wie keine Radwege. Da mussten wir zu den Lkw und Pkw auf die Schnellstraße. Die fuhren an uns in einem ziemlichen Affenzahn vorbei“, so Luther. Auch die wilden Hunde, die in Rumänien einige Kilometer hinter ihnen herliefen, ließen sie schneller in die Pedale treten.

Für diese Strapazen wurden sie aber entschädigt: „Wir wurden überall herzlich aufgenommen. Viele Kinder winkten uns zu, Erwachsene wünschten uns Glück.“

Bislang sind rund 2000 Euro für das Wasserprojekt zusammengekommen. Es sollen noch mehr werden. Wer die Aktion unterstützen will, erhält weitere Infos im Internet: www.vivaconagua.org . Die Kontoverbindung lautet: 1268135181 bei der Hamburger Sparkasse (BLZ 20050550).