Schulen

Diskusion um besseres Lernen mit moderner Technik

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Glinde. Interaktive Tafeln, elektronische Wörterbücher und blaues Licht für die Konzentration – in Schulen gibt es immer mehr technische Raffinessen. Über Sinn und Unsinn moderner Lehr- und Lernmittel in Glinde diskutierten die Mitglieder des Kulturausschusses. Die Politiker befassten sich mit den Investitionen für Schulen in 2013.

In einen zweiten Computerraum am Gymnasium Glinde sollen 25.000 Euro investiert werden. Weitere 5000 Euro sind für eine elektronische Tafel vorgesehen, auch digitales Whiteboard genannt. Sie soll das Lehren und Lernen einfacher machen. Die Tafel ist über einen Computer mit einem Beamer verbunden. Ihr Vorteil: „Das Board ist multifunktional nutzbar, und das Tafelbild kann für die nächste Unterrichtsstunde erhalten werden“, so Wolfgang Bendokat, stellvertretender Direktor des Gymnasiums. „Natürlich arbeiten wir auch mit Projektoren. Aber mit dem Whiteboard haben die Schüler einen größeren Aktionsspielraum.“

Als „Zukunftsspielerei“ bezeichnete Sarah Schreiber (CDU) die elektronische Tafel: „Zu meiner Zeit war so etwas auch nicht nötig.“ Petra Grüner (Bündnis 90/Grüne) aber glaubt: „Das wird irgendwann Standard sein.“ Auf Antrag der Grünen soll ein Whiteboard im Wert von 5000 Euro für das Gymnasium angeschafft werden.

Die Politiker stimmten auch der Ausstattung eines zweiten Computerraumes (25.000 Euro) zu. Dafür aber soll die Schule auf die 20.000 Euro teure Neuausstattung des Sprachlabors verzichten. Egal, wie modern die Lehr- und Lernmittel sind – alle Wünsche können wegen der angespannten Haushaltslage ohnehin nicht erfüllt werden, betonte Stadtkämmerer Norbert Grunert: „Bis 2016 haben wir ein Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro mit einem Kreditbedarf von mehr als zehn Millionen Euro.“

Deshalb wurden technische Raffinessen wie eine Digitalanzeige für den Stundenplan oder 40 elektronische Wörterbücher abgelehnt. Investiert werden soll stattdessen nur in das Nötigste: Unter anderem in die Neuausstattung des PC-Raumes in der Grundschule Tannenweg. Hier arbeiten die Schüler bisher an alten, gespendeten Computern. Das Mobiliar ist mehr als 15 Jahre alt. Für 21.600 Euro soll der Raum neu eingerichtet werden.

Der Antrag der CDU, zu prüfen, ob in dem Anbau an die Gemeinschaftsschule Wiesenfeld „intelligentes Licht“ eingesetzt werden könne, wurde verschoben. Blaues und gelbes Licht könnte in Klassenräumen für bessere Leistungen sorgen: Blau aktiviert, Gelb beruhigt, so die Argumentation. Petra Grüner sah weiteren Untersuchungsbedarf. „Es gibt bisher keine wissenschaftlich gesicherten Ergebnisse.“ Auch Hans-Dieter Kröger (SPD) hält das Thema nicht für entscheidend: „Vorher müssen wir erst einmal die Schulen richtig ausstatten.“

Das hofft auch Schulleiter Volker Wurr: „Wir sind aufgeschlossen gegenüber allen Dingen, die das Lernumfeld attraktiver machen. Aber intelligentes Licht hat keine Priorität.“ Die acht neuen Klassenräume, die im Anbau entstehen, müssen mit den alten Möbeln ausgestattet werden – unter anderem mit Tafeln, die fast 30 Jahre alt sind.