Modemarke

Thor Steinar muss Geschäft in Plauen schließen

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Glinde/Plauen. Worum die Glinder seit einem Jahr kämpfen, haben die Plauener (Sachsen) bereits geschafft: Das dort ansässige Thor-Steinar-Geschäft muss jetzt schließen. Wie auch in Glinde fühlte sich der Vermieter arglistig getäuscht und kündigte fristlos. Die Glinder kämpfen indessen weiter.

Das hat das Oberlandesgericht Dresden nach einem langen juristischen Streit entschieden. Es wies damit die Berufung des Betreibers, die MediaTEx GmbH in Mittenwalde, gegen ein Räumungsurteil aus dem Jahr 2011 zurück.

Wie in Glinde hat auch der Vermieter in Plauen dem Betreiber kurz nach der Eröffnung des Geschäftes (Ende 2009) in einem Einkaufszentrum in der Plauener Innenstadt fristlos gekündigt. Der Vermieter fühlte sich arglistig getäuscht.

Der Mieter räumte jedoch den Laden nicht, sondern argumentierte stattdessen, dass die Entscheidung zum ausschließlichen Verkauf von der in rechten Kreisen beliebten Thor-Steinar-Mode erst nach Abschluss des Mietvertrages gefallen sei. Vor Gericht hatte das Argument keinen Bestand. Nach Ansicht des Richters hätte der Betreiber den Vermieter über den hohen Stellenwert des Labels im Geschäft aufklären müssen. Der Mieter hatte somit die vorvertragliche Aufklärungspflicht verletzt, zumal ihm die Bedenken des Vermieters gegen die Marke bekannt waren.

Bedenken konnten die Glinder Vermieter im Vorfeld gar nicht äußern, denn in den Vertragsverhandlungen sei nur von norwegischer Outdoor-Mode die Rede gewesen, sagten sie vor dem Landgericht in Lübeck aus.

Der Mieter behauptet das Gegenteil. Es steht Aussage gegen Aussage. In einer weiteren Verhandlung am 11. Oktober will das Gericht weitere Zeugen hören.

Die Glinder müssen sich wohl darauf einstellen, dass es noch eine Zeit dauert, bis es ein Urteil gibt. Der Streit in Plauen währte zweieinhalb Jahre. Eine Revision ist nicht zulässig. Ohne das Plauener Geschäft betreibt die MediaTex GmbH noch zwölf weitere Thor-Steinar-Läden. Bis auf ein Geschäft in Essen und das in Glinde befinden sich die restlichen zehn ausschließlich in den neuen Bundesländern.