Spielstraße

Eltern sorgen sich um die Kinder

Foto: Undine Brandt / Brandt

Glinde. Anwohner der Arthur-Christiansen-Straße fordern die Einrichtung einer Spielstraße statt der 30er-Zone. Autofahrer halten sich oft nicht an das Tempolimit und gefährden auf der Straße spielende Kinder. 170 Anwohner haben daher eine Petition unterzeichnet.

Wenn Michael Klingenhagen seine Kinder Sina (5) und Robin (3) nach draußen zum Spielen schickt, steht er meist am Fenster und lässt sie nicht aus den Augen. „Ich mache mir Sorgen, dass ihnen an der Straße etwas zustößt“, sagt der zweifache Vater. Zu oft habe er erlebt, dass die Autofahrer sich nicht an das Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde halten. „Viele nutzen die Straße als Abkürzung und brettern mit Karacho durch.“ Klingenhagen befürchtet, dass die Raserei noch zunimmt, wenn die derzeitige Baustraße im Neubaugebiet Alte Wache endgültig ausgebaut wird. „Dann haben die Autofahrer freie Fahrt, zumal es dann auch keine Schlaglöcher mehr gibt“, glaubt der Glinder. Seine Kinder aber wird er dann nicht mehr allein draußen spielen lassen.

Um zu verhindern, dass die Straße im Neubaugebiet zur gefährlichen Rennstrecke wird, haben besorgte Eltern nun eine Petition aufgesetzt, in der sie fordern, dass die Arthur-Christiansen-Straße zu einer Spielstraße umgewidmet und ausgebaut wird. 170 Unterschriften hat die junge Mutter Ulrike Tunnermann in den benachbarten Reihen- und Doppelhäusern gesammelt. „Alle haben sofort unterschrieben, wohnt doch in fast jedem Haus mindestens ein Kind“, sagt Tunnermann. „Wir wollen vorbeugen und verhindern, dass ein schlimmer Unfall passiert“, ergänzt ihr Mann Jörg Tunnermann. Zumal auf dem Seitenstreifen der ausgebauten Arthur-Christiansen-Straße Parkplätze geplant sind. „Schießt hinter den parkenden Autos mal ein Kind auf die Straße hervor, haben Autofahrer kaum eine Chance, rechtzeitig abzubremsen.“

Die Petition samt Unterschriften haben die Eltern im Rathaus eingereicht. Dort hat sich jetzt die Verwaltung des Themas angenommen. „Allerdings ist eine Umwidmung ein aufwendiges und schwieriges Verfahren, das mit dem Kreis abgestimmt werden muss“, sagt Bauamtsleiter Frank Thiemann. Zumal der Bebauungsplan keine Spielstraße vorsieht.

Auf den B-Plan beruft sich auch Hauke Asmussen, Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Alte Wache, die den Ausbau der Straße übernimmt. „Im September wollen wir damit anfangen und im Oktober fertig sein“, sagt Asmussen. Wenn statt einer normalen Anwohnerstraße nun eine Spielstraße gewollt ist, sei das mit erheblichen Mehrkosten für Umplanung und Bau verbunden. Kosten, die die Stadt zu tragen habe. Außerdem müsste erst geprüft werden, ob eine Spielstraße an der Stelle überhaupt möglich ist. Polizeichef Eggert Werk will sich nun vor Ort ein Bild von der Lage machen.