Oststeinbeker SV

Stehen auf den Fußballfeldern bald Einfamilienhäuser?

Foto: Undine Brandt / Brandt

Oststeinbek. Nach heftiger Kritik wollen Oststeinbeks Politiker die Auflagen für die OSV-Fußballer wieder zurückziehen. Um im Konflikt zwischen Verein und Anwohnern zu einer Lösung zu kommen, schlägt OSV-Chef Luther den Bau neuer Kunstrasenplätze vor. Die heutigen Plätze könnten bebaut werden.

Die neue Benutzungsordnung für den Kunstrasenplatz kann OSV-Vorsitzender Helmuth Luther als Aprilscherz verbuchen. Die strikten Auflagen, die ab 1. April gelten sollten (wir berichteten), haben vor allem in der Fußballabteilung für eine Menge Wirbel gesorgt. Damit hatten die Politiker nicht gerechnet und ziehen nun die Konsequenzen. Die Fraktionen von CDU und SPD werden die Benutzungsordnung bei der Gemeindevertretersitzung am kommenden Montag ablehnen. „Wir wollen noch einmal gründlich darüber beraten“, sagt CDU-Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck.

Da ist er sich mit der SPD einig. Bislang hatte sich die Politik laut Vorbeck absichtlich aus dem Streit zwischen OSV und den Anwohnern der Smaalkoppel herausgehalten. Der schwelt seit mittlerweile drei Jahren, die Situation ist verfahren. Während die Anwohner „nur ihre Ruhe“ haben wollen, wie Dr. Claus Kemmet, einer der Leidtragenden sagt, will der OSV „nur Fußball spielen“. Zahlreiche Gespräche und ein Schlichtungsverfahren haben bislang nichts gebracht.

Jetzt ist die Politik gefragt. Doch eine neue Benutzungsordnung ist der falsche Weg, sind sich beide Streitparteien einig. „Wir wollen vor Lärm geschützt werden“, sagt Kemmet. Da helfe es wenig, wie in den Auflagen festgelegt, die Zahl der Zuschauer zu begrenzen. „Was wir brauchen, ist eine Lärmschutzwand oder eine Verlagerung des Spielbetriebs nach Havighorst.“

Letzteres hatte auch Helmuth Luther schon vorgeschlagen. Doch für seine Idee erntete der OSV-Vorsitzende nur Ärger von Anwohnern des Platzes in Havighorst. „Da hilft es eigentlich nur, auf freier Fläche und ohne Anwohner zwei neue Kunstrasenplätze zu bauen“, so Luther. Seiner Meinung nach eigne sich die Ackerfläche neben dem Reiterhof Carstens an der K 100 zwischen Havighorst und Oststeinbek bestens dazu.

Ein Hektar davon gehört André Bubert, Landwirt aus Havighorst. An einem Verkauf ist Bubert aber nicht interessiert, „da Flächen schon jetzt zu knapp sind“. Überlegen allerdings würde er, wenn Baulandpreise von 150 Euro pro Quadratmeter gezahlt würden. „Das kann sich die Gemeinde derzeit nicht leisten“, sagt Vorbeck. Der Kita- und Hortneubau hat nun oberste Priorität. Spielraum für weitere Investitionen sieht er für dieses Jahr zumindest nicht.

600.000 Euro hat Luther für zwei Kunstrasenplätze veranschlagt. Finanzieren könne die Gemeinde die aus dem Verkauf der 6000 Quadratmeter großen Spielfelder in Havighorst und Oststeinbek. „Die Plätze wären überflüssig. Sie könnten mit Eigenheimen bebaut werden.“

Abwegig sei der Vorschlag nicht, sagt Vorbeck: „Allerdings steht die Politik derzeit vor der Frage, ob Oststeinbek überhaupt weiter wachsen soll.“ Viel eher könne er sich vorstellen, ein Lärmschutzgutachten von allen Sportanlagen erstellen zu lassen. Das wäre dann die Grundlage für die nächsten Schritte.