Currywurst und Pommes

Grill am Moor in Geesthacht feiert 50. Jubiläum

Seit 1975 steht das Grill-Restaurant, das den Imbisswagen aus Anfangstagen ersetzte.

Seit 1975 steht das Grill-Restaurant, das den Imbisswagen aus Anfangstagen ersetzte.

Foto: Dirk Schulz

Grill am Moor“ von Günter und Monika Brinckmann ist der älteste Imbiss der Stadt. Hierhin kommen jede Menge Stammgäste.

Geesthacht. Die Wurst beim neuen Imbisswagen vor der Geesthachter Teppichfabrik, die wollte Thomas Eckermann unbedingt einmal probieren. Also verspeiste der Düneberger eine Schinkenwurst, während die Besitzer Günther und Hildegard Brinckmann noch dabei waren, ihre Ware einzuräumen. „Die schmeckte so gut, da bin ich am nächsten Tag gleich wieder hin und komme seitdem immer wieder mal her“, sagt Eckermann.

„Seitdem“ heißt in diesem Fall seit 50 Jahren. Solange gibt es den „Grill am Moor“ inzwischen. Und die Betreiber in zweiter Generation, Günter ohne h und Monika Brinck­mann, werben stolz und zu Recht damit, dass sie der älteste Imbiss der Stadt sind. Seit 1975 übrigens in dem heutigen Gebäude, das den Verkaufswagen ersetzte.

Beim Grill am Moor in Geesthacht gibt es deutsche Küche

Und obwohl auch die Teppichfabrik inzwischen geschlossen ist und damit viel Laufkundschaft wegbrach, läuft das Geschäft selbst nach einem halben Jahrhundert. Denn bei „Brinckmann“ weiß man, was man kriegt. „Bei uns gibt es deutsche Küche. Wir machen jeden Morgen Bratkartoffeln und Kartoffelsalat selbst, die halben Hähnchen sind täglich frisch und, wir haben auch seit 50 Jahren den gleichen Wursthersteller“, betont Günter Brinckmann, der schon von klein an im Geschäft seines Vaters Günther ­mit h­ mitgearbeitet hat.

Im „Grill am Moor“ scheint die Zeit, was das Ambiente angeht, stehen geblieben zu sein. Die Kacheln in der Küche haben den Charme der 1970er-Jahre, und auch die Angestellten sind zum Teil schon die Hälfte der Zeit mit dabei. Doch genau das schätzen die Kunden.

Dauerbrenner sind das halbe Hähnchen und Currywurst

Etwa die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe aus Drage, die nach ihrem wöchentlichen Treffen regelmäßig zum Essen vorbeikommt. „Uns gefällt es hier so gut“, sagt Lilo Scibbe, die auf das Jägerschnitzel schwört.

Dauerbrenner sind auch das halbe Hähnchen, Currywurst oder die selbstgemachten Burger. „Heute kommen teilweise schon die Enkelkinder, unserer Kunden zu uns“, weiß Monika Brinckmann, die den Laden 2004 federführend von ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Schwiegermutter übernommen hat, während sich Mann Günter hauptsächlich um den Imbiss am Freibad kümmerte.

Corona und die bedingte Schließzeit hat am Zuspruch nichts geändert

Nachdem er diesen in ein paar Wochen für immer schließt, dürfen sich die Stammkunden übrigens auf

einen Neuerung freuen. An zwei Tagen in der Woche will er seine beliebten Spezial-Pommes auch im „Grill am Moor“ anbieten. Allerdings nur in einer eigenen Fritteuse, worauf Monika Brinckmann besteht. „Das Fett von diesen Pommes klumpt, das kommt mir nicht an meine Currywurst.“

Auch Corona und die dadurch bedingte viermonatige Schließzeit hat am Zuspruch nichts geändert. „Es läuft wie vorher“, sagt Günter Brinckmann und ergänzt: „Wir sind zufrieden.“ Nur die große Jubiläumsfeier zum 50. Geschäftsjubiläum mit Live-Musik und Festzelt musste er ins nächste Jahr verschieben.

Und auch Thomas Eckermann muss sich keine Sorgen machen, dass er irgendwann nicht mehr seine Schinkenwurst bekommt. Denn die dritte Generation um Schwiegertochter Miriam steht schon in den Startlöchern. „Aber vier, fünf Jahre wollen wir schon noch machen“, betont Monika Brinckmann.