Müll gesammelt

Geesthacht macht beim Internationaler Cleanup Day mit

Rufen auf zur Müllsammelaktion: Jürgen Ziemer (BUND; v.l.), Sonja Higgelke (Grüne), Dr. Roland Doerffer (Nabu), Bettina Boll (BUND), Hartmut Haberlandt (Nabu), Julian Peemöller (SPD), Laura Schwabe (Grüne), Heike Kramer (Nabu) und Lena Hehmke (Jusos).

Rufen auf zur Müllsammelaktion: Jürgen Ziemer (BUND; v.l.), Sonja Higgelke (Grüne), Dr. Roland Doerffer (Nabu), Bettina Boll (BUND), Hartmut Haberlandt (Nabu), Julian Peemöller (SPD), Laura Schwabe (Grüne), Heike Kramer (Nabu) und Lena Hehmke (Jusos).

Foto: Dirk Palapies

Nabu, BUND, SPD und Grüne rufen zum gemeinsamen Saubermachen auf. Sie beteiligen sich erstmals am Internationalen Cleanup Day.

Geesthacht. „Besonders nach schönen Wochenenden ist es an den Elbstränden schlimm“, sagt Heike Kramer. Sie ist die Vorsitzende des Geesthachter Ortsvereins der Naturschutzbundes (Nabu), die Umweltschützer sammeln regelmäßig Müll an den Ufern der Elbe.

Ihre Beobachtung deckt sich mit dem, was die Wissenschaftler herausgefunden haben. Heike Kramer hat schon Teppiche und Toilettenbecken gefunden sowie „natürlich unendlich viele Kleinteile“, berichtet sie. „Bei vielen existiert gar kein Umweltbewusstsein“, hat sie ausgemacht.

Immerhin bestehe Hoffnung: Die Kinder und Jugendlichen fänden so ein Verhalten zunehmend abschreckend. Die Nachwuchsabteilung des Nabu hatte vor Corona schon einmal so einen Zulauf, dass zeitweise ein Aufnahmestopp nötig wurde, berichtet Heike Kramer.

Geesthachter sammeln beim Coastel Cleanup Day Müll

Am Sonnabend, 19. September, wollen nun Alt und Jung zusammen klar Schiff machen und die Geesthachter Flussufer vom Müll befreien. Die US-Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy ruft seit 30 Jahren zur größten freiwilligen Meeresschutzaktion auf, dem International Cleanup Day (ICC). Der Nabu ist seit 2010 beim Küstenputz dabei, in Geesthacht findet die Aktion zum ersten Mal statt. In Geesthacht rufen zur Teilnahme Nabu, BUND, SPD und Grüne auf. Vorgesehen sind sechs Sammelpunkte, an denen weitere Mitmacher gern gesehen sind.

Der östlichste Sammelpunkt beginnt beim Parkplatz vor dem Kernkraftwerk Krümmel und geht bis zum Pumpspeicherkraftwerk, hier organisiert die SPD die Sammlung. Die Jusos schließen sich mit ihrem Gebiet an, es endet beim Schifffbauerweg dort, wo die Elbhalbinsel beginnt. Hier und im Bereich des Hafens sammelt der Nabu. Der Jugendorganisation des Nabu obliegt der Bereich bei Kläranlage und Treidelweg, der BUND hat die Aktion auf der Westseite der Elbinsel übernommen, auf der östlichen Seite sind die Grünen aktiv.

Abschlusstreffen auf dem Menzer-Werft-Platz

Treffpunkte sind um 11 Uhr die Parkplätze vor Ort. Ein Abschlusstreffen beendet die Aktion dann um 13 Uhr auf dem Menzer-Werft-Platz. Dort ist ein Picknick in Selbstverpflegung vorgesehen. Der Finder des seltsamsten Fundstücks soll nach Abstimmung einen Preis bekommen. Es wird gebeten, Handschuhe und Eimer mitzubringen. Den gesammelten Müll holt dann der Bauhof der Stadt ab.

HzG untersucht Umweltgefahr durch Mikroplastik

Lars Hildebrandt ist Doktorand in der Abteilung „Marine Bioanalytische Chemie“ am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HzG): Er untersucht Umweltgefahren, die von Mikroplastik ausgehen. „Ich habe in der Elbmündung mittels eines von uns im Labor validierten Verfahrens Proben genommen und diese 2019 im Labor auf Mikroplastikpartikel untersucht“, sagt er. Erstes Ergebnis: Es wurden zwischen 200 und 2000 Mikroplastikpartikel pro Kubikmeter Wasser gefunden.

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Weitere überprüfte Daten: Nach Schätzungen transportiert die Elbe 120 bis 450 Tonnen Kunststoffmüll pro Jahr in die Nordsee (entspricht 0,3 bis 1,2 Tonnen pro Tag). Rund 80 Prozent des Gesamteintrags von Kunststoffmüll in die Meere gehen auf Flüsse zurück, nur 20 Prozent stammen aus marinen Quellen. Es wird geschätzt, dass ca. 6,3 Milliarden der 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff, die in den vergangenen 65 Jahren produziert wurden, mittlerweile zu Müll geworden sind. 8 bis 13 Millionen Tonnen des weltweiten Kunststoffmülls landen jedes Jahr in den Meeren. Nach Modelluntersuchungen schwimmen 5,25 Billionen Kunststoffteilchen in den Meeren.