Genehmigung erteilt

Grünes Licht für Ergänzung der Fischtreppe in Geesthacht

Das letzte Puzzlestückchen: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (2.v. li.) und Landrat Dr. Christoph Mager (r.) übergeben die wasserrechtliche Genehmigung an Tilman Treber (WSA). Ganz links: Prof. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt.

Das letzte Puzzlestückchen: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (2.v. li.) und Landrat Dr. Christoph Mager (r.) übergeben die wasserrechtliche Genehmigung an Tilman Treber (WSA). Ganz links: Prof. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt.

Foto: Dirk Palapies

Umweltminister Albrecht (Grüne) überreichte Genehmigung für Heberleitung. Die Kosten für die Fischtreppe in Geesthacht steigen.

Geesthacht. Das für die Geesthachter Umweltschützer und viele Politiker wichtigste Papier des Jahres steckte in einem gewöhnlichen blauen Plastikhefter. Es ist die „Wasserrechtliche Genehmigung gemäß § 23 des Landeswassergesetztes“ für den Bau der Heberleitung am Stauwehr in Geesthacht. Dieser Paragraf bezieht sich auf die Anlagengenehmigungen, und um eine solche handelt es sich bei der geplanten Heberleitung. Die Genehmigung des Landes gilt auch für Bauten in oder an Bundeswasserstraßen wie der Elbe.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) überreichte das letzte noch fehlende Dokument für den Baustart am gestrigen Montagmittag an Tilman Treber, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lauenburg. Dabei waren auch Landrat Dr. Christoph Mager, Prof. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, sowie eine ansehnlich Schar von Vertretern des Nabu, BUND, und Politikern der Region. Auch Geesthachts Bürgermeister Olaf Schulze hatte sich eingefunden. Knapp 30 Zuschauer standen auf der Überlaufschwelle im Strom unter der Brücke der B 404.

Fischtreppe in Geesthacht: Schäden vor einem Jahr entdeckt

Die Heberleitung soll Ende September wieder für die nötige Lockströmung sorgen, damit wandernde Fische zur Fischtreppe am Nordufer finden. Das ist dringend nötig, weil Arten wie Lachse oder Meerforellen nun zu ihren Laichplätzen im Oberlauf der Elbe wollen. Die Wasserrinnen, die ursprünglich im Bauwerk eingelassen waren, sind verfüllt worden, als vor einem Jahr Schäden am Wehr entdeckt wurden (wir berichteten).

„Jede weitere Woche Verzögerung wird fatal sein“, merkte Jens Gutzmann vom Geesthachter Nabu an. Er befürchtet Notablaichungen, „dann ist die Brut tot und der Elternfisch meist auch.“

Noch vor Übergabes der Genehmigung hatte Treber das Projekt vorgestellt. Hierfür waren die technischen Zeichnungen auf eine Tafel montiert und aufrecht an einen der Brückenpfeiler gestellt worden.

Kosten steigen von 200.000 auf bald 300.000 Euro

Demnach werden an fünf Stellen ausgehend vom Fischaufstieg beim Nordufer bis zum ersten Wehrpfeiler in etwa gleichem Abstand von fünf Metern jeweils Doppelröhren installiert. Ungefähr dieses Areal war früher mit der alten Lockströmung abgedeckt gewesen. Die Röhren sind 33 Meter lang und haben einen Durchmesser von 600 Millimetern. Die Durchflussleistung eines Röhrenpaares beträgt, abhängig vom Wasserstand, im Durchschnitt 10 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Wichtig für die Planung war zudem, dass im Wasser keine Verwirbelungen entstehen, es nicht zu Ausspülungen im Grundbereich unterhalb des Wehres kommt. Um keine „bösen Überraschungen“ zu erleben, so Treber, soll regelmäßig die Lage gepeilt werden. Außerdem werden noch eine Vakuumstation, die für Unterdruck in den Röhren sorgt, eine Pumpe, eine Ersatzpumpe und ein Notsystem benötig. Dieses soll bei Störungen Alarm geben.

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Die Röhren sollen bis Ende der Woche von der Herstellerfirma aus Leipzig per Lkw geliefert werden. Wenn sie da sind, sei nicht viel Aufwand nötig, um sie aufzubauen, meint Tilman Treber. Schon ein Bagger könne ausreichen, um sie vom Platz am Eingang der Fischtreppe zur Überlaufschwelle zu transportieren und auszurichten. Dort müssten sie dann nur noch verschraubt werden. Die Röhren werden auf Sockeln gelagert. Bei Eisgang oder Sturmflut können sie schnell abgebaut und nach Entspannung der Lage genauso schnell wieder aufgebaut werden.

Die Kosten waren zunächst auf 200.000 Euro taxiert worden. Mittlerweile steigen sie in Richtung 300.000 Euro.