Etwas andere Feier

Kita Worther Weg in Geesthacht feiert 50. Geburtstag

Die große Hüpfburg war der Höhepunkt des Kita-Geburtstags, der gestern mit Kindern und Mitarbeitern am Worther Weg gefeiert wurde.

Die große Hüpfburg war der Höhepunkt des Kita-Geburtstags, der gestern mit Kindern und Mitarbeitern am Worther Weg gefeiert wurde.

Foto: Frauke Maaß

Am 1. September 1970 ist die Kita Worther Weg eingeweiht worden. Gestern feierten Kinder und Mitarbeiter gemeinsam das Jubiläum.

Geesthacht. „Das einzig Gute an der Corona-Pandemie ist, dass wir das 50-jährige Bestehen der Kita jetzt tatsächlich noch in den alten Räumlichkeiten feiern können“, freut sich Carmen Thieme, Leiterin der Kita am Worther Weg – auch wenn es ohne Familiengottesdienst und offiziellem Empfang ablaufen muss.

Denn wäre in diesem Jahr alles nach Plan gelaufen, wäre die evangelische Kita der St.-Petri-Gemeinde bereits abgerissen, der Neubau in Gange und die acht Kindergruppen würden in einem Containerdorf auf dem Gelände vor der St.-Petri-Kirche betreut werden. Die Pandemie hat den Zeitplan aber gründlich durcheinander geworfen, sodass Kinder und Mitarbeiter der Kita gestern ein kleines internes Fest am Worther Weg feiern konnten.

Am 1. September 1970 kamen die ersten Kinder in die Kita

Dass es ein runder Geburtstag ist, ist nicht zu übersehen: Sowohl das Areal vor der Kita als die Räumlichkeiten haben die Kinder mit vielen „50“ in verschiedenen Farben und Formen geschmückt.

Der Tag begann mit einem Geburtstagskreis in der Halle rund um eine mehrstöckige Papptorte, um die die Kinder batteriebetriebene Teelichter stellen durften. Geschenke gab es natürlich auch – so wie sich das gehört: Seit gestern laden zwei Holzpferdchen im Außenbereich zum Reiten ein. Auf dem Programm standen weiter verschiedenen Spielmöglichkeiten, Seifenblasen herstellen und als Höhepunkt eine Hüpfburg, auf der ausgelassen herumgetollt werden durfte. Mittags servierte ein Caterer zur Freude der Kinder Hot Dogs, zum Nachtisch gab es Eis.

„Im Grunde haben wir heute mehrere Dinge zu feiern“, sagt Carmen Thieme. Am 30. August 1969 war die Grundsteinlegung, am 1. September 1970 kamen die ersten Kinder in die Kita, die damals als großes Wagnis der St.-Petri-Gemeinde angesehen worden ist. Gestern war dann für die letzten Kinder in den alten Räumlichkeiten der Start in den Kindergarten.

Entwidmung der St. Petri-Kirche am 15. November

Carmen Thieme, die seit 1987 in der Kita arbeitet und seit 1991 die Leitung inne hat, fällt der Abschied schwer: „Dieses Haus ist ein Stück Heimat für mich. Hier habe ich einen großen Teil meines Lebensverbracht.“ Und so wird sie jeden Tag im Gebäude am Worther Weg genießen, bevor alle Zimmer geräumt werden müssen.

Der neue Zeitplan sieht vor, dass die feierliche Entwidmung der St.- Petri-Kirche am 15. November stattfindet. Danach erst können die Bagger anrollen und das Gelände vor dem Gotteshaus am Spakenberg für die Container vorbereiten. Ein Umzug der Kita ist je nach Stand der Bauarbeiten für die erste Jahreshälfte 2021 vorgesehen.

Suche nach alten Zeitungsartikeln und Fotos der Kita

Auf die 140 Kinder und 30 Mitarbeiter kommen unruhige Zeiten zu. Umzug an den Spakenberg und zwei Jahre später Rückzug in den Neubau am Worther Weg. Aber aufregend wird es für die Kleinen sicherlich auch, denn sie dürfen für einige Zeit nicht nur in gut ausgebauten Containern spielen, sondern auch im ehemaligen Kirchenraum, der in die Pläne miteinbezogen wird.

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Carmen Thieme wird den Umzug nicht mehr mitmachen. Die 64-Jährige geht im November 2021 in den Ruhestand. Als Geschenk für das neue Gebäude am Worther Weg möchte sie eine Chronik des Hauses anfertigen. Dafür sucht sie nach alten­ Fotos und Zeitungsausschnitten. „Ich habe in den bekannten Archiven leider bislang nichts gefunden“, bedauert sie. Wer also noch etwas in seiner Schublade hat, vielleicht sogar von der Einweihung am 1. September 1970, möge sich an Carmen Thieme unter 04152/57 91 wenden.