Geesthacht

Wie die Einschulung an der Silberbergschule gelingen soll

Die Bildungsausschuss- vorsitzende Hicran Hayik-Koller erklärt vor der Silberbergschule die Vorzüge der neuen Gebührensatzung für die Eltern.

Die Bildungsausschuss- vorsitzende Hicran Hayik-Koller erklärt vor der Silberbergschule die Vorzüge der neuen Gebührensatzung für die Eltern.

Foto: Dirk Palapies

Mittwoch ist Einschulung. Es gelten bestimmte Corona-Regeln. Ab sofort gibt es einen vereinheitlichten Gebührensatz in ganz Geesthacht.

Geesthacht. Ein aufregender Schulstart wird das sein für die Erstklässler am Mittwoch. Für sie beginnt die Schule zunächst wegen Corona in einer Sicherheitszone. Wie es an der Grundschule am Silberberg sein wird, berichtet Volker Scheibe, der stellvertretende Schulleiter.

Demnach sind die ABC-Schützen in Gruppen aufgeteilt. Die Einschulung für die insgesamt 125 Kinder erfolgt Gruppe für Gruppe von 8.15 bis 14.30 Uhr an der frischen Luft in sechs Terminen. Ursprünglich war die Turnhalle für die Einführungszeremonie vorgesehen, aber wegen der Hitze wird nun auf den Verkehrsübungsplatz ausgewichen.

Eltern dürfen nicht mit auf das Schulgelände

Jedes Kind darf zwei Erwachsene mitbringen. Für sie werden zwei Stühle aufgebaut, die nächsten Eltern sitzen zwei Meter entfernt. „Es gibt eine kleine Rede von mir“, sagt Scheibe. Eine Aufführung von älteren Schülern darf nun doch stattfinden, allerdings nur in Duoform. Und die Musik ist diesmal nicht live, sie kommt aus der Box. Jede Gruppe wird dann vom Klassenlehrer in die Klasse geführt – die Eltern dürfen nicht mit aufs Schulgelände. Es gibt vier Eingänge, um Begegnungen so gering wie möglich zu halten. Die Kinder bilden in ihrer Klasse zu 25 Schülern dann eine Kohorte, innerhalb ihrer Kohorte gilt der Mindestabstand nicht.

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Schwierig wird es für die Schule mit den Pausen. Sie erfolgen zeitversetzt, fünf Plätze sind eingerichtet. „Statt wie sonst zwei Aufsichten sind zehn nötig“, sagt Volker Scheibe. Für das Schulpersonal eine stark belastende Situation.

Einheitliche Gebühr in Geesthacht

Für die Eltern gibt es Erleichterungen, die nichts mit Corona zu tun haben. Hintergrund ist die Schulreform in Schleswig-Holstein mit einem vereinheitlichten Gebührensatz. Sie würde dafür sorgen, dass viele Geesthachter Eltern weniger bezahlen als jetzt, aber andere eben auch mehr. Die Fraktionen waren sich einig, dass die Belastung für die Familien auf keinen Fall steigen solle. So gab es auf der Ratsversammlung einen Beschluss zur Änderungssatzung der Grundschulbetreuung, der nun greift.

„Zum 1. August haben wir in ganz Geesthacht nun eine einheitliche Gebühr“, erklärt Hicran Hayik-Koller (SPD), die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Sport, die Vorzüge. Bezahlt werden für die Betreuung 110 Euro, für weitere Kindes greift ein Geschwisterrabatt. Für das erste Geschwisterkind wird 30 Prozent weniger gezahlt, fürs zweite 50 Prozent, ab dem dritten sind die Kinder frei. Für Eltern, die im Niedriglohnsektor beschäftigt sind, gibt es noch einmal 50 Prozent Ermäßigung bei einer Sozialstaffel.

Verbesserter Personalschlüssel: ein Betreuer für 20 Kinder

Die Ferienbetreuung ist ausgedehnt auf neun Wochen, die Betreuungszeiten sind von 6.30 bis 18 Uhr an die Kita-Zeiten angepasst. Vorher mussten die Kinder wahlweise bis 15 Uhr oder bis 17 Uhr abgeholt werden.

Der Personalschlüssel wird verbessert: auf 20 Kinder kommt künftig ein Betreuer. „Das gibt es in dieser Form nirgendwo“, hat Hicran Hayik-Koller festgestellt. Zumindest konnte sie bei ihrer Internet-Recherche nichts Vergleichbares in anderen Kommunen finden. Der Schlüssel soll im nächsten Schuljahr weiter verbessert werden, soll dann bei 1:15 liegen. Auch wenn noch nicht klar ist, woher das Personal dafür kommen soll. Teuer indes ist es für die Stadt, denn das Geld, das die Eltern nicht mehr bezahlen, muss nun Geesthacht zahlen. Der Haushalt wird mit 100.000 Euro nur für dieses Schuljahr belastet. „Es ist auf jeden Fall nicht kostendeckend für die Stadt“, so Hicran Hayik-Koller. Ihr Wunsch ist es, dass Bildung zur nationalen Aufgabe und Betreuung kostenlos wird. Bis es soweit ist, sollten alle Eltern gleich behandelt werden.

Noch eine Veränderung gibt es: Die Stadt hat einen Vertrag mit einem neuen Caterer, der AlsterFood GmbH, für die Schulmensen abgeschlossen. Der Vertrag läuft ab 1. August und gilt für drei Schuljahre, die Verpflegung wird allerdings erst ab dem 10. August aufgrund der Corona-Pandemie unter verschärften Bedingungen starten. Das Essen ist nicht in der Gebühr enthalten, es kostet 3,50 Euro pro Gericht.