Einmaliger Service

In Geesthacht gibt’s eine Waschanlage für den Einkaufswagen

Erstmal musste sie gucken, wie es geht. Aber generell findet Marion Pospischil die Easy Clean Box von Edeka Lippert sinnvoll und ist dankbar über die Sicherheit, die ihr die desinfizierten Wagen geben.

Erstmal musste sie gucken, wie es geht. Aber generell findet Marion Pospischil die Easy Clean Box von Edeka Lippert sinnvoll und ist dankbar über die Sicherheit, die ihr die desinfizierten Wagen geben.

Foto: Frauke Maaß/FMG / BGZ

Edeka Lippert in Geesthacht bietet seinen Kunden ab sofort eine Clean Box an, um sie vor einer Corona-Infektion zu schützen.

Geesthacht. In den meisten Lebensmittelmärkten müssen Verbraucher oder Personal seit Beginn der Corona-Krise selbst Hand anlegen, wenn sie Einkaufswagen reinigen wollen – etwa mit Tüchern oder Hygienespray. Bei Edeka Lippert an der Berliner Straße läuft dieser Vorgang jetzt halbautomatisch in einer sogenannten Easy Clean Box ab – ein einmaliger Service in Geesthacht.

Und so funktioniert es: Der Einkaufswagen wird in die Maschine geschoben, dann drückt der Kunde drei Sekunden mit dem Fuß auf einen roten Schalter. Wenig später wird der Wagen komplett mit Desinfektionsmittel aus in der Box installierten Düsen eingenebelt. Derweil desinfiziert der Nutzer seine Hände. Danach entnimmt er den Wagen, wischt die Griffe bei Bedarf ab – und geht einkaufen.

Das Feedback der Kunden ist bisher durchweg positiv

„Bislang haben meine Mitarbeiter die Griffe der Einkaufswagen zweimal täglich desinfiziert“, berichtet Inhaber Marcus Lippert. Aber das habe ihm als Maßnahme nicht gereicht. „Ich wollte, dass der gesamte Wagen samt Korb hygienisch sauber ist“, sagt er. Und dass die Kunden bei Bedarf immer auf einen frisch desinfizierten Wagen zurückgreifen können. Also habe er sich innerhalb der Branche informiert, welche Möglichkeiten es gibt. Dabei ist er auf die Easy Clean Box gestoßen, die die Firma ProExakt aus Schöppenstedt bei Wolfenbüttel entwickelt hat.

Das Feedback der Kunden sei durchweg positiv. „Die Box wird gut angenommen, viele Kunden fühlen sich dadurch sicherer“, sagt Marktbetreiber Marcus Lippert. Marion Pospischil kann das nur bestätigen. „Ich bin restlos begeistert davon“, sagt die Geesthachterin. „Auch meine Freundinnen finden das toll. Bisher habe ich mich immer ein wenig geekelt, wenn ich einen Wagen berühren musste.“

Wichtig ist eine Desinfektion der Griffe

Warum jetzt noch so eine Clean Box, wo doch die Zahlen derzeit im Herzogtum Lauenburg moderat sind? „Es ist überhaupt nicht klar, wann sich die Corona-Lage soweit entspannt, dass eine Desinfektion nicht mehr nötig ist“, sagt Lippert. Die 3000 Euro, die die mobile Box gekostet hat, sei eine Investition in die Zukunft – und in die Gesundheit seiner Kunden. „Ich bin der Ansicht, dass viele meiner Kunden auch ohne Pandemie einen frisch gereinigten Einkaufswagen bevorzugen!“

Eine Maßnahme in dieser Dimension ist sicher gut gemeint, sagt Dr. Wolfgang Hell, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie sowie Facharzt für Hygiene am Geesthachter LADR Zentrallabor Dr. Kramer & Kollegen. Wesentlich sei eine Desinfektion der Griffe, weil sich dort eben durch die Hände durchaus Keime und auch Viren befinden.

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„Eine Übertragung über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person kontaminiert wurden, ist als Kontaktinfektion grundsätzlich denkbar“, erläutert er. Das würde dann der Fall sein, wenn Coronaviren auf dem Griff gelandet sind und kurz danach über die Hände des nächsten Kunden auf dessen Schleimhäute des Mund- und Rachenraums oder die Augen übertragen werden. Hell schränkt ein, dass das die Theorie ist. „In der Praxis wird das Coronavirus hauptsächlich über Tröpfcheninfektion übertragen“, sagt er. Dennoch sei eine häufige Reinigung der Wagen, ob nun nur die Griffe oder auch der Körbe, sachgerecht und sinnvoll.

Hygienemaßnahme ist eine freiwillige Serviceleistung

„Vorgegeben ist diese umfassende Hygienemaßnahme so nicht“, erläutert Kreissprecher Tobias Frohnert. Marcus Lippert übertreffe mit seinem Service die Vorgaben des Landes. Das beziehe sich auch auf den Kundenzähler an der Eingangstür, der dem Verbraucher mitteilt, wie viele Kunden sich derzeit im Laden aufhalten und wie viele noch hineindürfen, um die Anzahl von einer Person pro 10 Quadratmetern nicht zu übertreffen. Lippert: „Sowohl die Easy Clean Box als auch der Kundenzähler sind freiwillige Serviceleistungen von uns.“

Das bieten andere Märkte nicht. Bei Aldi werden die Einkaufswagen jeden Morgen von einer externen Reinigungsfirma gründlich gesäubert und desinfiziert. Dazu werden den Kunden an der Einkaufswagenschluse kostenlose Einweghandschuhe angeboten. Bei Lidl stehen Infektionsspray und Tücher im Eingangsbereich für die Kunden bereit. Ebenso wird bei Famila an der Spandauer Straße verfahren.