Corona-Pandemie

Situation im Herzogtum: Weniger Infektionen – mehr Tests

Dr. Klaus von Oertzen, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Johanniter Krankenhauses, vor dem einen Testzelt.

Dr. Klaus von Oertzen, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Johanniter Krankenhauses, vor dem einen Testzelt.

Foto: Frauke Maaß/FMG / BGZ

Steigende Anzahl durch Urlaubsrückkehrer. Das Johanniter Krankenhaus Geesthacht macht nun Abstriche in zwei „Corona-Zelten“.

Geesthacht. Auch wenn sich der Alltag teilweise wieder normalisiert hat – das Coronavirus ist noch da. 271 Infektionsfälle gibt es zur Zeit im Kreis Herzogtum Lauenburg. Zum Vergleich: Der angrenzende Kreis Stormarn und die Stadt Lübeck haben 433 Fälle beziehungsweise 179. Trotz sinkender Fallzahlen steigt die Anzahl der PCR-Testungen auf das Coronavirus. Seit Ausbruch der Pandemie haben die Labore in Schleswig-Holstein gut 266.000 Abstriche analysiert, wie aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Allein in der Kalenderwoche 29 waren es landesweit rund 21.300 Tests – im März nur 4100.

Auch in den örtlichen Praxen und im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht wird noch eifrig getestet, wie Dr. Klaus von Oertzen, stellvertretender Ärztlicher Direktor, bestätigt. „Wir führen für einige Praxen am Ort die Testungen durch, weil wir ausreichend Ressourcen haben“, sagt er. Durch die Öffnung der Kitas sind es mittlerweile auch einige Kinder, bei denen ein Abstrich vorgenommen wird. „Glücklicherweise haben wir derzeit im Krankenhaus keinen akuten Fall einer Covid-19-Infektion“, sagt von Oertzen. Dennoch sei ein Abbau der beiden Testzelte derzeit nicht geplant. Im Gegenteil. Es gebe erste Überlegungen, feste Stationen wie Container für die Testungen aufzustellen. Und das, obwohl die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein nach eigenen Angaben externe Testzentren im ganzen Land bis Ende Juli schließen will.

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Urlaubsrückkehrer sorgen für hohe Anzahl der Testungen

Vor allem Urlaubsrückkehrer sind es, die aktuell die Anzahl der Testungen auch in den Hausarztpraxen in die Höhe treiben, wie eine Mitarbeiterin der Geesthachter Hausarztpraxis Weidemann berichtet. Hintergrund: Laut Vorgabe des Landes, müssen sich alle, die in einem innerdeutschen oder weltweiten Corona-Risikogebiet nach Schleswig-Holstein zurückkehren, in eine 14-tägige Quarantäne begeben – oder sich auf Corona testen lassen. Dies kann ab 48 Stunden vor Einreise oder direkt nach der Heimreise erfolgen. Die Kosten muss jeder in diesem Fall selbst zahlen.

Ansonsten werden die Testungen durch das Gesundheitsamt nach wie vor zu unveränderten Bedingungen angeordnet und von den Krankenkassen bezahlt, wie Kreissprecher Tobias Frohnert informiert. „Wer konkrete Symptome zeigt oder Kontakt zu jemandem hatte, der positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde, sollte sich telefonisch beim Hausarzt oder unter der Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes melden.“

Weiterhin werden Betten auf Intensivstation frei gehalten

Das Krankenhaus Geesthacht ist auch ohne akuten Infektionsfall von einem Normalbetrieb weit entfernt. „Wir haben die OP-Kapazität generell wieder hochgefahren“, sagt Klaus von Oertzen. Aber Operationen, die einen Platz auf der Intensivstation benötigten, aber nicht dringend seien, würden weiterhin geschoben. „Wir halten weiterhin freie Betten auf der Intensivstation vor“, sagt er und betont: „Notfälle werden immer behandelt." Auch Krebsoperationen würden nicht vertagt. Was das Virus angeht, erinnert von Oertzen an die Einhaltung der Hygienemaßnahmen: „Wir wandeln auf sehr dünnem Eis.“