Arbeitsschutz

Inhaberwechsel bei Geesthachter Traditionsunternehmen

Die Belegschaft im Ausstellungsraum am Firmensitz an der Hermsdorfer Straße (hinten, v.l.): Torben Obermeit, Corina Krause, Rick-Torben Flick, Malte Parlow, Regina Mädge-Kistenbrügger, Manuel Bormann. Vorn (v.l.): Susanne Hildebrand mit Firmenhund Mogli, Niederlassungsleiter Jan Schröder und Britta Schruhl. Es fehlt Azubi: Tommy Lee Maurer. 

Die Belegschaft im Ausstellungsraum am Firmensitz an der Hermsdorfer Straße (hinten, v.l.): Torben Obermeit, Corina Krause, Rick-Torben Flick, Malte Parlow, Regina Mädge-Kistenbrügger, Manuel Bormann. Vorn (v.l.): Susanne Hildebrand mit Firmenhund Mogli, Niederlassungsleiter Jan Schröder und Britta Schruhl. Es fehlt Azubi: Tommy Lee Maurer. 

Foto: Dirk Schulz

Aus „Basisorth“ wird die Detlef Paulsen GmbH. Der Ausrüster für Arbeitsschutz übernimmt alle Mitarbeiter.

Geesthacht. Kopfvisiere, Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken – wie stark die Nachfrage auf alle corona-relevanten Artikel ist, weiß Manuel Bormann nur zu gut. Der Einkäufer der Detlef Paulsen GmbH für Arbeitsschutz und -bekleidung wählt sich täglich die Finger wund, bei der Beschaffung neuer Ware. „Die Nachfrage auf Pandemie-Artikel ist riesig. In diesem Bereich haben wir eine Umsatzsteigerung von 60 Prozent“, betont Jan Schröder, Leiter der Geesthachter Niederlassung in der Hermsdorfer Straße.

Seit dem 1. Mai ist die Elbestadt der neueste und insgesamt siebte Standort des norddeutschen Mittelständlers (rund 80 Mitarbeiter) mit Hauptsitz in Kiel. Davor arbeiteten Jan Schröder und Co. an gleicher Stelle noch für die „Basisorth GmbH“ und machten dabei Umsätze in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro. „Basisorth“ hieß das Geschäft seit 2016. Vielen Geesthachtern dürfte es besser unter seinem alten Namen „Ute Orth“ bekannt sein.

„Basisorth“ musste Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden

1983 hatte Firmengründer Bernd Orth den Arbeitsschutzbekleider gegründet. Unter der Leitung seines Nachfolgers und Sohnes Stefan Orth, dem ehemaligen Präsidenten des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli (2010 bis 2014), als Gesellschafter und Geschäftsführer lief die wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren jedoch nicht wie gewünscht. Am Ende musste „Basisorth“ Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden.

Nun also der Neustart ohne Orth. „Trotz widriger Zeiten hat Detlef Paulsen alle Mitarbeiter übernommen“, hebt Jan Schröder hervor. Eine der ersten Maßnahmen, die die Geesthachter in Angriff genommen haben, ist die Umgestaltung ihrer Filiale. Im Vorraum der Geschäftsräume ist ein kleiner, schmucker Präsentationsraum entstanden. Von Schuhen mit Schutzkappe über farbige Warnwesten bis hin zu Helmen und Arbeitskleidung aller Art – alles kann der Kunde vor Ort gleich anprobieren. Die gesamte Angebotspalette reicht vom feinen Oberhemd bis hin zur Maurerhose. Auf Wunsch werden alle Artikel vor Ort auch mit Firmenschriftzügen veredelt. „Ob kleiner Handwerksbetrieb oder Großkunde – bei uns wird jeder fündig“, betont Schröder. Auch Freizeitkleidung ist bei „Detlef Paulsen“ im Angebot.

Auch Dr. Oetker und Airbus gehören zu den Kunden

Der Kundenstamm reicht von der LMT Group (Schwarzenbek), über Intermed, Dr. Oetker oder Airbus und Lufthansa Technik. Aber auch Sportvereine wie der FSV Geesthacht, Düneberger SV, SV Curslack-Neuengamme oder SV Altengamme lassen ihre Trikots an der Hermsdorfer Straße beflocken.

Künftig will „Detlef Paulsen“ verstärkt auf deutsche und westeuropäische Herstellerfirmen setzen. Auch als Konsequenz aus den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. „Mit den alten Lieferketten aus China haben wir Schwierigkeiten – das ist auch jetzt immer noch so“, berichtet Groß- und Einzelhandelskaufmann Manuel Bormann.

Doch nicht nur Firmen sondern auch Privatleute können an der Hermsdorfer Straße einkaufen. Wie neulich ein älterer Herr, der mit seinem elektronischen Rollstuhl vorfuhr. Bei seinen Ausflügen an der Elbe werde er in dieser Jahreszeit immer von den vielen Insekten am Ufer gestört, die ihm in den Mund flögen. Im „Echo“, dem Wochenblatt unserer Zeitung, habe er dann die Werbung von Detlef Paulsen gesehen. Wenig später ist der Rentner dann ausgerüstet mit einem Kopfvisier glücklich vom Hof gefahren.