Badespaß

„Schönster Platz“: Geesthachts Freizeitbad wieder eröffnet

Stammgast Mike Schulz kommt aus Schwarzenbek. Er freut sich, „dass man wieder etwas Normalität zurückgewonnen hat“. Freigegeben sind vier Doppelbahnen. Sportschwimmer dürfen auf eine eigene Bahn hoffen.

Stammgast Mike Schulz kommt aus Schwarzenbek. Er freut sich, „dass man wieder etwas Normalität zurückgewonnen hat“. Freigegeben sind vier Doppelbahnen. Sportschwimmer dürfen auf eine eigene Bahn hoffen.

Foto: Dirk Palapies

Stammgäste haben lange darauf gewartet. Der Andrang am ersten Tag hielt sich aber in Grenzen. Maximal 900 Besucher dürfen kommen.

Geesthacht. „Der schönste Tag des Jahres“, sagt Gudrun Kopitzke. Sie ist pudelnass und hält sich freudestrahlend am Beckenrand fest. Darauf hat sie seit dem 1. Mai gewartet – am Donnerstag war endlich Saisoneröffnung im Geesthachter Freizeitbad. Punkt 11.03 Uhr ist sie im Wasser gewesen.

Gudrun Kopitzke schwimmt seit 30 Jahren im Sommer hier, sie hat die Entwicklung auf der Homepage der Stadtwerke verfolgt. „Im vergangenen Jahr waren wir noch mit vier Generationen hier“, berichtet die Escheburgerin. Da sei ihre 92-jährige Mutter noch mitgeschwommen, jetzt traue sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.

Erfrischung zwischen zwei Schichten als Busfahrer

Konstantin Winkler nutzt die Zeit zwischen zwei Schichten, um sich im Bad zu erfrischen. Er dürfte vielen Geesthachtern bekannt sein: Der Busfahrer ist unter anderem auf der Stadtlinie unterwegs. Sein Anbaden hat der Stammgast bereits absolviert. Bei einem Ausflug sprang er vor ein paar Tagen in die 17 Grad kalte Ostsee. Hier im Freibad sind es wohlige 24 Grad.

Für Sandra Giebat aus Drage ist das Freizeitbad ein Lieblingsort. „Dies ist der schönste Platz in Geesthacht“, findet sie. Sandra Gibat war um 10 Uhr hier, hatte sich zuvor Online über die Besucherzahlen informiert. „Jetzt sind es schon über 70“, sagt sie nach einem Griff zum Handy.

Am Nachmittag sind es rund 120. Maximal 900 Besucher dürfen ins Bad, dann müssen die nächsten warten, bis ein Gast das Bad verlässt. „Bei schönem Wetter am Wochenende haben wir schon mal 5000 Besucher hier“, erklärt Schwimmmeisterin Marion Arpe. 900 sei ungefähr die Anzahl von einem August-Mittwoch bei trübem Wetter.

Mit der Rettungsschwimmerin Denise Naumann, die im Aufsichtsturm aufpasst, und weiteren drei Kollegen bildet sie heute die Frühschicht. Um 14 Uhr ist der Wechsel, geschlossen wird das Bad um 20 Uhr. Kassenschluss ist eine halbe Stunde vorher.

Tickets werden zum Verlassen des Geländes benötigt

„Zur Öffnung um 6.30 Uhr standen 20 Badegäste vor der Tür. Es lief alles superdiszipliniert ab“, berichtet Marion Arpe. Die Tickets müssen aufbewahrt werden, denn die Gäste sollen beim Verlassen des Geländes auschecken. So wird gezählt, wie viele Gäste sich im Freibad aufhalten.

Auch ansonsten gibt es Änderungen wegen der Corona-Situation. So werden keine Brillen, Schwimmringe und weitere Utensilien verliehen, sie können gekauft werden. Und eine Mund-zu-Mund-Beatmung soll im Rettungsfall auch nicht sein, zum Einsatz kommen soll ein Ambu-Beatmungsbeutel. Das Team verfügt über zwei Stück.

Geöffnet ist neben dem Schwimmerbecken noch das Nichtschwimmerbecken, Rutsche und Sprunganlagen sind versperrt, ebenso der Kicker auf dem Rasen und ein Teil der Duschen, um zu enge Kontakte zu vermeiden.