Dreharbeiten

Die Fernsehstars sind zurück in Geesthacht

Hatten trotz Corona Spaß beim Dreh (vl.): Johanna Christine Gehlen, Regisseur Matthias Steurer, Sebastian Bezzel, Eva Mattes und Autor Georg Lippert – ein Teil des 50-köpfigen Teams.

Hatten trotz Corona Spaß beim Dreh (vl.): Johanna Christine Gehlen, Regisseur Matthias Steurer, Sebastian Bezzel, Eva Mattes und Autor Georg Lippert – ein Teil des 50-köpfigen Teams.

Foto: NDR/Maximilian Lips

Neue NDR-Serie „Da is‘ ja nix“ wurde auch auf dem Menzer-Werft-Platz gedreht. Verzögerungen wegen Corona.

Geesthacht. Sechs Serienfolgen lang ist die neue Culture-Clash-Komödie des Norddeutschen Rundfunk (Zusammenprall von Kulturen, die Red.). Eigentlich hätte „Da is‘ ja nix“ bereits am 3. April im „Kasten“ sein sollen, aber – nomen est omen – das war dann nichts. Die Corona-Pandemie hat dem NDR-Team, das für die Dreharbeiten auch in Geesthacht und in unserer Region unterwegs war, einen langen Atem abverlangt. Erst knapp zwei Monate später als angedacht fiel die letzte Klappe – und bei dem bis zu 50-köpfigen Team sicherlich ein Stein vom Herzen. „Unser letzter Drehtag war der 6. Juni. Wir waren sehr froh, die Dreharbeiten – abgesehen von den notwendigen Hygienemaßnahmen – ohne weitere Probleme abschließen zu können“, sagt Karsten Willutzki erleichtert.

Vor Liebesszenen erst einmal in Quarantäne

Der NDR-Redakteur im Programmbereich „Fiktion und Unterhaltung“ ist unter anderem auch für die Produktion der Serie „Morden im Norden“ zuständig. Auch für diese beliebte Reihe wurde immer mal wieder in Geesthacht gedreht (wir berichteten).

Der mehrwöchige Dreh-Stopp von „Da is’ ja nix“ hat die gesamte Produktion vor eine Herausforderung gestellt. Ab dem 13. März gab es wegen Corona eine zweimonatige Pause. Erst ab dem 15. Mai ging es unter Beachtung der Regelungen zum Infektionsschutz weiter. „Das war nicht einfach, aber den Dreh noch länger aufzuschieben, wäre für die Handlung der Geschichte problematischer gewesen: Drehstart im Februar und Drehende im Sommer, da hat man rasch sehr unterschiedliche Witterungen in derselben Serie, ohne das aktiv zu wollen“, erklärt Karsten Willutzki.

Hauptdarsteller sind zum Glück verheiratet

Die strengen Auflagen der Corona-Pandemie stellt alle Film- und Serienproduktionen vor Schwierigkeiten: von feurigen Liebesszenen bis hin zur handfesten Rauferei. Im aktuellen Fall gab es jedoch einen Vorteil. „Zum Glück sind unsere beiden Hauptakteure Johanna Christine Gehlen und Sebastian Bezzel, die in der Serie ein Paar spielen, im richtigen Leben auch verheiratet“, sagt Willutzki.

„Wäre das nicht so, müssen Schauspieler, die eine Kussszene spielen, erst einmal in die Quarantäne“, erklärt Produzent Valentin Holch, der neben der neuen Reihe auch die erfolgreiche Serie „Neues aus Büttenwarder“ produziert.

Eine erfolgreiche Reise-Influencerin macht Station

Gedreht wurde unter anderem in Marschacht, Drage und auf dem Parkplatz des Menzer-Werft-Platzes in Geesthacht. Hier machte in der Serie eine erfolgreichen Reise-Influencerin – Constanze von der Linde, gespielt von Alexandra Gottschlich – Zwischenstation. Sie ist sie mit ihrem Wohnmobil unterwegs und steht auf dem Parkplatz in Geesthacht, als sie ungewöhnliche Post bekommt: eine Brieftaube mit einer Einladung nach „Bad Ö“. Gelangweilt von ihren Luxustrips in hochpreisige Edelresorts überlegt sich Constanze, ob sie dem kleinen Dorf Österbrarup, von dem sie noch nie gehört hat, eine Chance geben soll. Der Zuschauer erfährt aber nicht, dass die Influencerin in Geesthacht steht. In der Serie ist es Hamburg.

„Am Set durfte der Mund-Nasen-Schutz erst im allerletzten Moment abgenommen werden, also dann, wenn die Kameras liefen, und natürlich auch nur von denjenigen, die vor der Kamera standen“, berichtet Holch. Da es vorteilhaft ist, alle Folgen auf einmal abzudrehen, ist mittlerweile die Serie im Kasten. „Man muss einen Drehort nur einmal ausstatten und alle Szenen dort hintereinander abdrehen. Macht man das nicht, müsste man das Drehmotiv zwischendurch auf den Ursprungszustand „zurückbauen“, nur um den Drehort dann ein zweites Mal einzurichten und wieder zurückzubauen“, erklärt Willutzki.

Darum geht es in der Serie

Und darum geht es in der neuen Serie: Daniela Hinrichs (Johanna Christine Gehlen) und Matthias Groller (Sebastian Bezzel) verlassen Bayern Hals über Kopf. Das glamouröse Hochstaplerpaar hat
Investoren geprellt und findet nun Unterschlupf im norddeutschen Dörfchen Österbrarup, der Heimat von Daniela. Das Dorf ist eine Art Bermuda-Dreieck des Nordens – ohne Handyempfang, Sehenswürdigkeiten und ohne wirtschaftliche Aussichten.

Während Daniela zum Bedauern ihrer Tante Mechthild (Eva Mattes) so schnell wie möglich wieder verschwinden würde, geht Matthias in seiner Rolle auf und verspricht den Dörflerin das Blaue vom Himmel. Um nicht als Betrügerin dazustehen, versucht Daniela gemeinsam mit den Dorfbewohnern das Unmögliche wahr zu machen.

Serie soll im Weihnachtsprogramm des NDR laufen

Das Kuh-Kaff soll in ein Ayurveda-Heilbad verwandelt werden. Der Geldeintreiber (Götz Otto), den die bayerischen Investoren hinterhergeschickt haben, wird kurzerhand als Masseur verdingt, verseuchter Ackerboden als Heilerde ausgegeben und Särge zu Dampfkabinen umgebaut.

Die Geschichte wird voraussichtlich ab dem 1. Oktober in der ARD Mediathek zu sehen sein. Rund drei Monate später zeigt das NDR-Fernsehen „Da is’ ja nix“ dann im diesjährigen Weihnachtsprogramm.

Für die langlaufenden Krimiserien wie beispielsweise „Morden im Norden“ gibt es übrigens bislang keine Planung, die Corona-Krise als Teil der Handlung zu verwenden. Maskentragende Schauspieler werden vor der Kamera also erst einmal nicht zu sehen sein. „Es hängt sehr von der Art der Geschichte ab, ob und wie man Corona vor der Kamera aufgreift. Wenn die Corona-Zeit vorbei ist, möchte man dann Menschen mit Mundschutz zuschauen, was einen großen Teil der Gesichtsmimik und damit die Emotionen der Schauspieler verbirgt? Für ein Einzelstück wäre das – wenn es zur Handlung passt – schon eher vorstellbar“, meint Karsten Willutzki .