Wegen Corona

„Vertragsverlängerung“ für den Geesthachter König

Das Team um den amtierenden Schützenkönig Carsten Engelbrecht (Mitte) wird bis 2021 weitermachen.

Das Team um den amtierenden Schützenkönig Carsten Engelbrecht (Mitte) wird bis 2021 weitermachen.

Foto: Privat

Geesthachter Schützen wollten dieses Wochenende ihr 125-jähriges Bestehen mit großem Fest feiern. Doch Corona macht dies unmöglich.

Geesthacht. Jahrmarkt, Jubiläumsschützenfest zur 125-Jahr-Feier der Geesthachter Schützengesellschaft, Kreisschützenfest – all das hätte an diesem Wochenende in Geesthacht stattfinden sollen. Stattdessen hat der Erste Vorsitzende und amtierende Schützenkönig, Carsten Engelbrecht „der Jubilar“, seine Koffer gepackt und ist in den Urlaub gefahren.

„Das Wochenende, ach was, das ganze Jahr hatten wir im Verein komplett durchgeplant, alles war organisiert“, sagt Engelbrecht. Aber es war schon vor dem offiziellen Teil am 26. März klar, dass nichts von alledem­ stattfinden wird. „An Himmelfahrt wollten wir am Motorradgottesdienst teilnehmen, danach wären wir in die Buntenkampshalle zu einem Jazzfrühschoppen marschiert“, bedauert Engelbrecht. Nachmittags wäre man zum Swing­time-Tee zusammengekommen. Und das war nur der Anfang.

Vereinsmitglieder hatten sich ein buntes Programm überlegt

Die vielen Programmpunkte geben einen Eindruck von all der Mühe wieder, die sich der Verein gemacht hat, um das Jubiläum angemessen zu begehen – und zwar nicht nur intern. „Wir wollten die Geesthachter miteinbeziehen und einladen, mit uns zu feiern“, sagt Engelbrecht. Der große Festumzug, das Platzkonzert, der Zapfenstreich im Hachedepark und der Kommers in der Halle wären Möglichkeiten dafür gewesen. Carsten Engelbrecht hätte sich sehr gefreut, wenn zu diesem Anlass wieder mehr Menschen Interesse an dem Verein gezeigt hätten.

Kein Schützenfest, kein Schießen -- das bedeutet auch, dass es keinen neuen König geben wird. „Das gab es in unserer 125-jährigen Vereinsgeschichte bisher nur während der Kriegsjahre“, sagt Engelbrecht. Lange habe der Vorstand zusammengesessen und überlegt, wie man mit der Situation umgehen könne. „Am Ende waren wir uns alle einig, dass der Verein einen König braucht und das amtierende Königsteam bis zum nächsten Schützenfest 2021 weitermachen wird.“ So halten es die anderen Vereine im Kreis, und so handhabt es jetzt auch die Geesthachter Schützengesellschaft. „Wir könnten uns das „Coronakönigs-
team“ oder „Königsteam von Virus Gnaden“ nennen“, sagt Engelbrecht augenzwinkernd.

Verein hofft auf ein Schießen für jedermann am Jahresende

Einige Veranstaltungen werden auf das kommende Jahr geschoben, zum Beispiel der offizielle Teil, der für den Gründungstag des Vereins am 26. März geplant war. Aber so ganz aufgeben wollen die Schützen das laufende Jahr noch nicht. „Auch wenn unser Schießbetrieb noch nicht wieder angelaufen ist, weil es dafür noch keine offizielle Erlaubnis gibt, sind wir recht zuversichtlich, dass wir damit bald wieder loslegen können. Und vielleicht gibt es die Möglichkeit, im letzten Quartal einen Herbstkönig auszuschießen.“ Zudem würde der Verein gern ein Schießen für jedermann am Jahres ende organisieren.

Während die Bogenschützen bereits wieder üben, warten die Sportschützen noch auf ihren Startschuss. Enttäuschung herrscht vor allem bei denen, für die der Verein in erster Linie Geselligkeit bedeutet. „Wir überlegen intensiv, wie wir das Vereinsleben wieder ein wenig beleben und die Geselligkeit ein Stück zurückholen können.“

Was aber schon feststeht ist, dass es im kommenden Jahr wie immer am ersten Sonnabend im Februar den traditionellen Ball geben soll, der in vielen Kalendern seit Jahren ein fester Termin ist. „Es wird dann eben kein Königsball, denn einen neuen König haben wir ja nicht, sondern der Jubiläumsball“, kündigt Carsten Engelbrecht an.

Über neue Mitglieder freut sich der Verein immer. Wer Interesse am Schießsport hat, kann sich bei Carsten Engelbrecht unter Telefon 04152/ 71 770 melden.