Geesthacht

Labor kann täglich bis zu 2500 Corona-Tests durchführen

Dagmar Steffens und Diana Zander (Fachbereich Medizinische Molekularbiologie) arbeiten am neuen Großgerät für den Virusdirektnachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

Dagmar Steffens und Diana Zander (Fachbereich Medizinische Molekularbiologie) arbeiten am neuen Großgerät für den Virusdirektnachweis mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

Foto: LADR Zentrallabor

Das LADR Zentrallabor in Geesthacht investiert in neue Technik, um Zahl der Testungen zu erhöhen. Prof. Dr. Kramer gibt weitere Infos.

Geesthacht. Insbesondere die fachärztlichen Labore arbeiten mit Hochdruck jeden Tag – zum Teil im Drei-Schichtbetrieb – daran, die steigenden Anforderungszahlen von Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 zu bewältigen. So auch das LADR Zentrallabor Dr. Kramer & Kollegen in Geesthacht. Bisher hat das Geesthachter Labor 12.848 Tests durchgeführt.

Der ärztliche Geschäftsführer des LADR Zentrallabors, Prof. Dr. Jan Kramer, ist wie seine Mitarbeiter mehr gefragt denn je. Bereits seit Mitte Februar ist der routinetaugliche Test auf das SARS-CoV-2 im Geesthachter Labor etabliert. „Die gesamte Mannschaft der Abteilung Medizinische Molekularbiologie unter der technischen Leitung von Dr. Armin Pahl ist hochmotiviert, solche Akutanforderungen stets mit herausragender Leistungsbereitschaft für die Patientenversorgung umzusetzen.“

Inzwischen gibt es drei Gerätesysteme von drei Herstellern

Zunächst war bis zur ersten Märzwoche die Anzahl der angeforderten Tests auf das SARS-CoV-2 von der Menge her noch übersichtlich, dann sei es aber zu einer massiven Erhöhung der Anfragen gekommen. Kramer: „Deswegen ist innerhalb kürzester Zeit ein Drei-Schicht-System eingeführt worden. Auch haben wir die Geräteplattformen in mehreren Schritten aufgerüstet .“ So gibt es inzwischen drei Gerätesysteme von drei Herstellern, die für die Durchführung der Coronatests genutzt werden. „Theoretisch können wir hier jetzt im LADR Zentrallabor täglich 2500 Testungen auf das neue Coronavirus durchführen“, so Kramer.

Die Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit der medizinischen Labore sei neben der gewährleisteten Bereitschaft des Laborteams, dass die Lieferketten für Reagenzien und Verbrauchermaterialien aufrechterhalten bleiben. „Deswegen stehen wir in ständigem Kontakt mit den Herstellern, welche natürlich weltweit auf die Nachfrage reagieren müssen.“ Aus diesem Grund fordert der ärztliche Geschäftsführer, dass die Indikation für den Test nur mit fachlichem Augenmerk erfolgen und unbedingt ärztlich gestellt wird. „Ansonsten gefährde das die Verfügbarkeit für die Schwerkranken“, warnt der Mediziner.

Bundesweit seit Anfang März mehr als 400.000 Tests

Während im LADR Zentrallabor vom 2. bis 8. März rund 1500 Testungen angeforderten wurden, stieg die Zahl in der Woche danach bereits auf etwa 3100. Vom 16. bis zum 22. März (KW 12) stieg die Zahl auf knapp 8000 Testungen. Von insgesamt 12.848 durchgeführten Tests seien etwa 93 Prozent negativ ausgefallen. Rund 520 Test hatten ein positives Ergebnis.

Bundesweit wurden seit Anfang März mehr als 400.000 Tests durchgeführt. Dazu teilt der Berufsverband der Akkreditierten Medizinischen Labore (ALM) in Deutschland mit: „Laut einer aktuellen ALM-Datenerhebung für die KW 12 ist die Tageskapazität auf einem Niveau von knapp über 58.000 Tests pro Tag.“ Der Verband vertritt derzeit mehr als 200 medizinische Labore mit 900 Fachärzten, rund 500 Naturwissenschaftlern und etwa 25.000 Mitarbeitern. Prof. Dr. Jan Kramer vom LADR Zentrallabor Dr. Kramer & Kollegen in Geesthacht ist Mitglied im Gründungsvorstand.