Herzogtum Lauenburg

Erster Corona-Fall im Seniorenheim

Im Johanniter Krankenhaus in Geesthacht sind für den Notfall Vorkehrungen getroffen worden. So ist eine internistische Station mit Beatmungsplätzen für Covid-19-Fälle reserviert.

Im Johanniter Krankenhaus in Geesthacht sind für den Notfall Vorkehrungen getroffen worden. So ist eine internistische Station mit Beatmungsplätzen für Covid-19-Fälle reserviert.

Foto: -- / dpa

Im Kreis gibt es 51 Infizierte. Eine 90-Jährige wohnt in einem Pflegeheim, zwei Patienten sind im Johanniter Krankenhaus in Geesthacht.

Geesthacht.  Die Zahl der erfassten Corona-Infizierten steigt immer weiter – auch im Herzogtum Lauenburg. Von Montag auf Dienstag sind zwölf weitere Fälle gemeldet worden (Stand: 24. März, 10 Uhr). Somit steigt die Zahl der Infizierten im Kreis auf 51 Personen. Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein 544 Corona-Patienten.

„Das Coronavirus hat nun auch ein erstes Pflegeheim im Kreis erreicht“, bestätigt Kreissprecher Tobias Frohnert am Montagnachmittag. Eine 90 Jahre alte Bewohnerin sei erkrankt. Die Dame habe über Atemwegsbeschwerden geklagt und sei daraufhin in eine Klinik gebracht worden. Ein Test ergab, dass sich die Heimbewohnerin mit dem Coronavirus angesteckt hat.

Zwei Patienten im Johanniter Krankenhaus

„Das Seniorenheim ist nun komplett abgeriegelt. Besuche finden nicht mehr statt“, sagt Frohnert. Zuvor war es noch möglich, dass eine Person pro Bewohner für eine Stunde zu Besuch kommt.

Im Johanniter Krankenhaus in Geesthacht gibt es derzeit zwei Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Timo Rath, Ärztlicher Direktor, sagt: „Beide Patienten sind wegen anderer Erkrankungen aufgenommen worden. Der Nachweis des Sars-CoV-2 war ein Zufallsbefund.“ Damit das Krankenhaus auf den Notfall vorbereitet ist, ist bereits eine internistische Station für Covid-19-Fälle reserviert worden. Auch wurden vermehrt Beatmungsgeräte bereitgestellt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein.

Reduzierte Belegung auf chirurgische Stationen

In Bezug auf das medizinische Personal ist das Geesthachter Krankenhaus ebenfalls gut aufgestellt. Zwar seien einige zuvor urlaubende Mitarbeiter, die aus Risikogebieten zurück gekommen waren, noch in Quarantäne, aber es gebe trotzdem genug arbeitendes Personal. Eine Ärztin, die direkten Kontakt zu einer infizierten Person hatte, wird Mitte der Woche wieder zurückkommen. Sie blieb symptomfrei, so Timo Rath.

Durch die Reduktion des OP-Programms und die reduzierte Belegung der chirurgischen Stationen unterstützt das Pflegepersonal der Chirurgie die anderen Stationen. „Alternative Schichtsysteme sind diskutiert, bislang aber noch nicht notwendig“, sagt der Ärztliche Direktor.