Corona-Virus

Kirche setzt auf Zettel und Internet statt Gottesdienste

Pröpstin Frauke Eiben beim Online-Gottesdienst in Lübeck. 

Pröpstin Frauke Eiben beim Online-Gottesdienst in Lübeck. 

Foto: Ines Langhorst

Die Kirchen sind geschlossen, Gottesdienste finden nicht mehr statt. Deshalb überträgt die evangelische Kirche ihre Andachten jetzt online.

Geesthacht.  Wegen des Coronavirus fallen in Geesthacht vorerst alle Gottesdienste und Andachten aus. Der geistliche Zuspruch kommt dafür aber direkt in die Häuser, und zwar per Telefon oder über das Internet. Auch der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hat wegen der Krise in den digitalen Modus gewechselt. Zum zweiten Mal hielt Pröpstin Frauke Eiben gestern in Lübeck einen Online-Gottesdienst, der über YouTube und Bibel-TV ausgestrahlt wurde.

Hochzeiten fallen aus

Auch bei Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen gibt es Änderungen. „Die kirchlichen Hochzeiten in unserer Gemeinde stehen zum Glück erst ab 30. April an, bis dahin können wir nur abwarten und schauen, wie sich die Lage bis dahin entwickelt hat“, so Pastor Gunnar Penning von der evangelischen Kirchengemeinde.

Anders sieht die Lage bei den Taufen aus. Bis April waren in der Sankt Salvatoris Kirche fünf Täuflinge angemeldet. „Diese Taufen wurden abgesagt“, berichtet Penning, der aber auch einräumt, dass es Ausnahmen geben kann. „Beispielsweise bei denjenigen, denen die sofortige Taufe aus Glaubensgründen sehr, sehr wichtig ist“, erklärt der Geistliche. Das wäre dann aber nur ohne Gäste möglich.

Auch Trauerfeiern müssen im engsten Kreis der unmittelbaren Angehörigen abgehalten werden.

Seelsorge am Telefon

Alle Geesthachter Seelsorger sind telefonisch zu erreichen. Außerdem nutzt die Kirche die Digitalisierung. „Zweimal wöchentlich gibt es neue Impulse, so wird beispielsweise ein kleines Orgelspiel zu hören sein. Auf diesem Wege kommt die Sankt-Salvatoris Kirche nun quasi in alle Wohnzimmer“, berichtet der Seelsorger. Die Videos sind auf der Internet-Seite unter www.kirche-geesthacht.de und in den sozialen Netzwerken zu finden. Gerade dort hat der Auftritt bisher viel Zuspruch gefunden.

Um die weitere Verbreitung des Covid-19-Virus einzuschränken, hat sich auch die Ev.-luth. Kirchengemeinde Düneberg entschlossen, mit einigen Aktionen an die Öffentlichkeit zu treten: So wird an jedem Sonntag ein Körbchen vor der Kirche stehen, aus dem jeder ein „Wort zum Sonntag von der Christuskirchengemeinde“ entnehmen kann, um dieses zu Hause zu lesen. Das kann eine kleine eigene Andacht sein, die jeder mit Gebet, Kerze und einem Lied feiert. „Wir wissen, dass es zum gemeinsam gefeierten Gottesdienst in einer Kirche keinen adäquaten Ersatz gibt, aber in diesen Zeiten ist das Gebet eine Möglichkeit, mit-einander und mit Gott verbunden zu sein“, sagt Pastor Thomas Heisel.

Helferkreis berät Gläubige

Darüber hinaus wird sich noch ein Helferkreis bilden, der auch für Telefongespräche zur Verfügung steht. In der Karwoche wird das hölzerne Triumphkreuz auf den Treppenstufen der Christuskirche liegen, kleine Zettel und Stifte direkt daneben. Damit kann jeder seine Gebetsanliegen formulieren und sie dann – mit einem Stein „beschwert“ – auf das Kreuz legen. „Bitte achten Sie dabei darauf, nicht in kleineren Gruppen zusammenzustehen und den Mindestabstand von zwei Metern zu wahren“, sagt Pastor Heisel, der zum Karfreitag die Gebetsanliegen in die Karfreitagspredigt (die dann wieder im Körbchen liegt) einarbeitet.

Am Ostersonntag wird das Kreuz dann wie in jedem Jahr, diesmal vor der Kirche, erblühen. Außer diesem sichtbaren Zeichen, wird es natürlich eine Osterpredigt, eine Osterkarte und einen Osterstein zum Mitnehmen geben.

So sind die Pastoren zu erreichen

Und so sind die Seelsorger zu erreichen: Pastor Gunnar Penning 0152/28 83, Pastorin Saskia Offermann 04152/25 05 und Pastorin Birgit Penning unter 04152/25 05. Pastor Thomas Heisel von der Christuskirche Düneberg ist unter 04152/84 33 17 zu erreichen.