Geesthacht

Kostenlose Kastrationen gegen Katzenelend

Das Team des Geesthachter Tierschutzvereins fängt ehrenamtlich wildlebende Katzen ein und bringt sie dann zum Tierarzt.

Das Team des Geesthachter Tierschutzvereins fängt ehrenamtlich wildlebende Katzen ein und bringt sie dann zum Tierarzt.

Foto: Denise Ariaane Funke

Ab Sonnabend, 15. Februar, werden wieder wildlebende Katzen kostenfrei kastriert. Die Stadt Geesthacht unterstützt das Projekt.

Geesthacht.  Ein kleiner Eingriff kann großes Leid verhindern: Ab Sonnabend, 15. Februar, werden wieder wildlebende Katzen kostenfrei kastriert. Die Stadt Geesthacht unterstützt das Gemeinschaftsprojekt von Land, Kommunen, der Tierärzteschaft Schleswig-Holstein, dem Landestierschutzverband und dem Landesjagdverband. Dass Katzen kastriert werden, ist sehr wichtig, denn eine Katze kann dreimal im Jahr durchschnittlich jeweils sechs Babys bekommen. Die sind dann wiederum ab dem sechsten Lebensmonat selbst geschlechtsreif. Ein elendiger Kreislauf, der dazu führt, dass viele unterernährte, an Infektionen leidende Katzen herumlaufen und schließlich qualvoll verenden.

Stadt Geesthacht war federführend im Pilotprojekt

Das Projekt gegen Katzenelend gibt es seit 2014. Die Stadt Geesthacht hat bei der Einführung maßgeblich mitgewirkt. Vor einigen Jahren hatte die Elbestadt ein echtes Katzenproblem, erinnert sich Heiko Holler, Leiter des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit im Geesthachter Rathaus. „Wir haben es über eine Arbeitsgruppe auf Landesebene thematisiert. Das erste Pilotprojekt, seinerzeit noch voll aus Landesmitteln finanziert, wurde federführend über die Stadt Geesthacht abgewickelt“, so Holler.

Die Aktion sei erfolgreich verlaufen und somit die Initialzündung für das landesweite Projekt gegen Katzenelend in seiner jetzigen Form geworden. Doch was steckt genau hinter diesem Projekt?

Restkosten werden von der Tierärztekammer übernommen

Zweimal im Jahr werden landesweit über mehrere, vorher offiziell bekanntgegebene Wochen Katzenkastrationen durchgeführt. Diese laufen immer nach demselben Muster ab, damit am Ende der Aktion niemand auf seinen Kosten sitzen bleibt. Die Mitglieder von Tierschutzvereinen, in Geesthacht das Team des hiesigen Tierheims, das durch den Geesthachter Tierschutzverein betrieben wird, fangen ehrenamtlich herrenlose, nicht kastrierte Straßenkatzen ein und bringen sie zu kooperierenden Tierärzten.

Diese verzichten auf ihr Honorar (25 Euro). Die Restkosten der Kastration (59 Euro bei Katern, 115 Euro bei weiblichen Tieren) werden über einen von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein verwalteten Fonds finanziert. In diesen zahlt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein pro Jahr 90.000 Euro ein.

„Die Stadt Geesthacht übernimmt, so wie die anderen teilnehmenden Kommunen für ihr Gebiet auch, 50 Prozent der Kosten, die für die Kastration der auf Geesthachter Stadtgebiet eingefangenen Tiere“, erklärt Heiko Holler, über dessen Fachdienst die Aktion abgewickelt wird. Für den Stadthaushalt bedeutete das in den vergangenen Jahren schwankende Zahlen: Bei der Herbstaktion 2019 (19. Oktober bis 14. November) wurden ein weibliches und vier männliche Tiere kastriert. Das kostete die Stadt 175,50 Euro. 2018 wurden zwölf Katzen zum Tierarzt gebracht (vier weibliche und acht männliche). Die Stadt zahlte dafür 466 Euro.

Tierschutzverein bittet, Straßenkatzen zu melden

Sarah Kubisch, die Vorsitzende des Geesthachter Tierschutzvereins, appelliert an alle Bürger, vor und während des Aktionszeitraums die Augen besonders offen zu halten. Sie sagt: „Nur, wenn uns Straßenkatzen gemeldet werden, können wir auch tätig werden und so von der Aktion profitieren.“ Gemeinsam mit ihrem Team übernimmt Kubisch das Einfangen der herrenlosen Katzen. Übrigens: Die Kosten für die Kastration von verwilderten Samtpfoten übernimmt die Stadt Geesthacht auch außerhalb von Landesaktionen. „Dennoch wollen wir die Zeiträume, in denen sich andere finanziell beteiligen, gern nutzen, um die Stadt zu entlasten“, sagt Sarah Kubisch.

Die Frühjahrsaktion 2020 endet voraussichtlich bis zum 13. März. Die Herbstaktion 2020 ist vom 17. Oktober bis zum 13. November geplant. Falls die finanziellen Mittel des Fonds früher als gedacht zu Ende gehen, werden die Aktionen vorzeitig beendet.

Wer Straßenkatzen im Geesthachter Stadtgebiet entdeckt, kann sich unter Telefon 74 311 melden. Die Tiere sollten fotografiert und die Bilder per E-Mail an oder über die Facebook-Seite „Tierheim Geesthacht“ an das Geesthachter Tierheim senden. Wer eine Katze zur Kastration bringt und den Eingriff über das Programm abrechnen möchte, benötigt einen ausgefüllten Vordruck. Dieser ist unter abrufbar. Zudem muss unterschrieben werden, dass das Tier eine wildlebende Katze ist.