Comeback im Ausschuss

VfL Geesthacht: Schritt für Schritt zum Sportzentrum

So stellt sich der VfL Geesthacht den Anbau an der Mercatorstraße vor: Das kleine Gebäude ist das bestehende Haus, die große Halle ist geplant.

So stellt sich der VfL Geesthacht den Anbau an der Mercatorstraße vor: Das kleine Gebäude ist das bestehende Haus, die große Halle ist geplant.

Foto: Grafik: / Architekten Prell und Partner

Auch wenn das Areal im B-Plan nun als „Sportfläche“ ausgewiesen wird: Dem VfL fehlt weiterhin das Geld, um mit dem Bau beginnen zu können

Geesthacht. Es war still ge­worden um den Plan des VfL Geesthacht, an der Mercatorstraße ein Fitness- und Gesundheitszentrum zu bauen. Nun taucht das Thema wieder auf der politischen Agenda auf: Am heutigen Dienstag beschäftigt sich der Ausschuss für Stadt- und Verkehrsplanung von 18 Uhr an im Rathaus unter anderem mit dem geplanten VfL-Vorhaben.

Hintergrund ist eine erforderliche Änderung im Bebauungsplan. Dort sind für das Areal „Tennisplätze“ eingetragen. Der Verein will an der Mercatorstraße aber, wie berichtet, eine Mehrzweckhalle samt Bewegungsbad und Fitnessräumen errichten, um sich für die Zukunft gut aufzustellen. Dafür ist eine Aus­weisung als „Sportfläche“ erforderlich.

Politisch scheint die Änderung ein Selbstgänger zu sein. Das betroffene Grundstück war 2002 an den VfL gegangen, als auf den damaligen Tennisplätzen des Vereins das Plaza-Center entstehen sollte – was die wenig vorausschauende Ausweisung erklären mag. Dass dem Planrecht aber recht bald Bautätigkeit folgt, ist eher unwahrscheinlich: Nach wie vor fehlt dem Verein das erforderliche Geld.

Bewegungsbad ist das Kernvorhaben

„Im Grunde sind wir wieder bei Null“, sagt der zweite Vorsitzende, Jörg Kunert. Sein Verein suche weiter einen Partner für die Finanzierung des auf 2,4 Millionen Euro taxierten Projekts. „Rund eine Million Euro fehlt“, sagt Kunert, der noch einmal die Wichtigkeit des Vorhabens auch für die Stadt betont: „Der Kern ist das Bewegungsbad. Unser Anspruch ist, dass jedes Kind schwimmen lernen soll. Und das Geesthachter Freibad ist nur fünf Monate im Jahr ge­öffnet.“

Die Sportförderrichtlinien der Stadt erlauben allerdings nur einen Zuschuss von maximal 50.000 Euro. Und Gespräche über eine vorzeitige Ablösung des Erbpachtvertrags für das Grundstück mit der Sporthalle Berliner Straße am ZOB sind gescheitert. „Das Angebot war zu gering für die Fläche“, begründet Jörg Kunert. Beim VfL will man nun einen Schritt nach dem anderen angehen: „Wir brauchen jetzt erst einmal den Beschluss“, sagt Kunert.

Außerdem geht es um das Folgekostenkonzept

Die Politiker werden sich heute Abend zudem mit dem „Folgekostenkonzept Geesthacht“ befassen. Dahinter verbirgt sich die Frage, welche Folgen die Ausweisung von Baugebieten auf den Haushalt der Stadt hat, weil beispielsweise mehr Kitaplätze benötigt werden – und wie Investoren über städtebauliche Verträge beteiligt werden können. So haben die Gutachter unter anderem festgestellt, dass die Kapazitäten der Geesthachter Schulen durchaus ausreichen, die zusätzliche Nachfrage zu decken. Bei der Betreuung von Krippen-, Elementar- und Hortkindern ist dies aber nicht der Fall.