Postärger

Zwei Vornamen zu wenig – Post schickt Paket zurück

Lothar und Adelheid Naumann wollten eigentlich nur schnell mit der Abholkarte ein Weihnachtspaket in der Postbankfiliale in Geesthacht in Empfang nehmen. Stattdessen gab es jede Menge Ärger.

Lothar und Adelheid Naumann wollten eigentlich nur schnell mit der Abholkarte ein Weihnachtspaket in der Postbankfiliale in Geesthacht in Empfang nehmen. Stattdessen gab es jede Menge Ärger.

Foto: Dirk Palapies

Die Geesthachterin Adelheid Naumann wollte ein Paket abholen. Ging nicht: Laut Ausweis heißt sie Christa Maria Adelheid Naumann.

Geesthacht. „Adelheid Naumann“ steht als Name auf dem an sie versendeten Paket. Adelheid wird die Geesthachterin von Verwandten und Bekannten auch gerufen. „Christa Maria Adelheid Naumann“ aber steht in ihrem Personalausweis. Und das ist nun ein Problem. Denn die Schaltermitarbeiterin in der Postbankfiliale in Geesthacht hat der Rentnerin ein Paket, das sie abholen wollte, wegen der zwei fehlenden Vornamen nicht ausgehändigt. Stattdessen wurde es zurückgeschickt. Quasi vor ihrer Nase.

Aber der Reihe nach: Am 28. Dezember soll ein Weihnachtsgeschenk von der in Berlin lebenden Tochter bei den Naumanns angeliefert werden, doch der DHL-Fahrer trifft niemanden an. Pech: Der nominelle DHL-Mitarbeiter für diesen Bereich hätte gewusst, wo ein Paket zu deponieren ist. Und den Naumanns wäre Ärger erspart geblieben.

Mitarbeiterin verweigert Paket-Herausgabe

So aber macht sich das Ehepaar am 30. Dezember gegen 13 Uhr mit einem Abholschein auf den Weg zur Filiale. Es sind Schlangen vor den Schaltern, nach zehn Minuten ist Frau Naumann am Ziel. Sie zeigt Ausweis und Abholkarte vor.

Die Mitarbeiterin am Schalter geht und holt das Paket, guckt noch einmal prüfend in den Computer. „Und dann sagt sie plötzlich, ,das kann ich Ihnen nicht herausgeben’“, berichtet Adelheid Naumann. Grund: Die Mitarbeiterin sehe „keine Identitätsübereinstimmung“ wegen der unterschiedlichen Namensangaben.

Adelheid Naumann versteht die Welt nicht mehr. „Der Zusteller war doch schon an der Tür, er wollte es doch schon abgeben“, sagt sie, deutet dann auf das Foto im Personalausweis: „So sehe ich aus, Sie sehen es doch. Warum machen Sie so einen Zirkus?“ Nützt nichts, die Mitarbeiterin bleibt hart.

Protest der Eheleute läuft ins Leere

Also kehrt Adelheid Naumann zu ihrem Mann zurück, der im Auto wartet. Sie will sich zu Hause erst einmal sammeln. Dort in der Oberstadt erzählen sie die Geschichte einem Nachbarn. „Der meinte, ,das könnt ihr euch nicht gefallen lassen’“, erzählt Lothar Naumann. Finden die beiden auch. Also geht’s zurück.

Wieder zehn Minuten anstehen, diesmal ist der Ehemann von Anfang an dabei. Der ehemalige Seemann kann vehement auftreten, hier läuft er ins Leere. Schließlich erfahren sie: Das Paket ist bereits zurückgesendet worden. Die beiden resignieren. „Es ist doch so, dass mit so einem Päckchen jemandem eine Freude gemacht werden soll. Und nun reibt man sich an Dingen auf, die es eigentlich gar nicht wert sind“, meint Adelheid Naumann.

Mitarbeiter könnten in Regress genommen werden

„Wenn ein Paket in der Postfiliale abgegeben wird, liegt es in der Verantwortung des Mitarbeiters, dies herauszugeben. Natürlich gibt es einen gewissen Ermessensspielraum. Aber wenn etwas fehlerhaft ist, kann es unter Umständen passieren, dass er in Regress genommen wird“, erklärt Postsprecher Jens-Uwe Hogart das Verhalten. Im Zweifel könne schon ein Buchstabendreher reichen.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Die Tochter hat das Paket über Amazon in Auftrag gegeben. Dorthin ging es zurück. Sie kann die Anschrift also nicht selbst neu mit allen Vornamen draufschreiben, sondern muss darauf hoffen, dass der Versender die Änderungen veranlasst, bevor das Paket erneut verschickt wird. Sonst könnte sich das Spiel wiederholen.

„Es bleibt spannend, wie es weitergeht“, meint Adelheid Naumann, Pardon, Christa Maria Adelheid Naumann natürlich.