Tradition

Berliner aus Geesthacht sind vor allem Handarbeit

Bäcker Thorsten Dittmer zeigt seine Berlinerproduktion.

Bäcker Thorsten Dittmer zeigt seine Berlinerproduktion.

Foto: Dirk Palapies

Berliner gehören zu Silvester wie Feuerwerk. Der Geesthachter Bäcker Thorsten Dittmer hat jetzt alle Hände voll zu tun.

Geesthacht.  „Wir sind seit 3 Uhr am Arbeiten“, sagt Thorsten Dittmer. In der Bäckerei Dittmer ist viel zu tun. Schon am Wochenende vor Silvester läuft die Berliner-Produktion auf Hochtouren. Trotzdem – ruhig geht es hier zu, als sei gerade gar kein Stress.

Die Hitze ist ein gestandener Bäcker wie Thorsten Dittmer natürlich gewöhnt, aber jetzt verzieht er doch kurz ein wenig die Mundwinkel, als er sich zwei seiner ausgebackenen Berliner greift. „Die haben 180 Grad, wenn sie aus dem heißen Fett kommen“, verrät der Chef etwas gequält.

Aber schon steckt Dittmer die Berliner auf zwei Holme, drückt dreimal eine Taste, und das Gebäck ist gefüllt. Dieses Duo wird mit 22 Gramm Baileys im Bauch den Weg in eines seiner fünf Fachgeschäfte einschlagen. „Unsere beschwipsten Berliner“, sagt Dittmer lachend. Besonders passend zu Silvester halt.

1000 Berliner in einer Stunde

Zuvor bekommen die Promille-Proppen an einer weiteren Station noch eine Haube aus Zuckerguss mit Schokoborke verpasst. Nur diese individuelle Verzierung verrät später den inneren Kern der unterschiedlichen Sorten. Die Füllungen wie auch die Berliner selbst – für alles gibt es ein Hausrezept. „Wir schaffen 1000 Berliner in einer Stunde“, erzählt Dittmer.

Am Silvestertag sollen 15 000 Stück in die Läden kommen, normalerweise sind es in der Woche um die 600. Eine richtige Großproduktion also, und fast alles ist Handarbeit. Dittmer: „Wir fangen am 30. Dezember um 21 Uhr an, backen dann bis um 12 Uhr.“

Kann er den Silvesterabend nach der Arbeit eigentlich noch genießen? „Bäcker haben gelernt, mit wenig Schlaf auszukommen“, sagt Dittmer. Um 14 Uhr sei er zu Hause, drei Stunden Ruhe würden reichen. Und zur Not hat er eine ganz spezielle Energiequelle dabei: „Ich nehme auf jeden Fall Berliner mit“, grinst Thorsten Dittmer. Die esse er nämlich wirklich sehr gern.