Abenteurer Alex Schleusner

Vom Leben mit Hippies, Mönchen und Delfinen...

Der Geesthachter Alex Schleusner ist nach mehr als zwei abenteuerlichen Jahren aus Australien zurück. Seine Mutter Gabriele hat ihn mit der Familie am Flughafen abgeholt.

Der Geesthachter Alex Schleusner ist nach mehr als zwei abenteuerlichen Jahren aus Australien zurück. Seine Mutter Gabriele hat ihn mit der Familie am Flughafen abgeholt.

Foto: ariaane funke / Ariaane Funke

Eigentlich wollte er nur sechs Monate bleiben. Dann hat sich Alexander Schleusner in Australien verliebt und zwei Jahre viele Abenteuer erlebt.

Geesthacht. Als der damals 23-jährige Geesthachter Alexander Schleusner im September 2017 im australischen Cairns ankam, war es sein Plan, maximal sechs Monate in „Down Under“ zu bleiben. Da der frischgebackene Bankkaufmann nur über ein überschaubares Budget verfügte, entschied er sich für das sogenannte Work and Travel: 18- bis 30-Jährige erhalten eine befristet Arbeitserlaubnis, mit der sie durchs Land reisen können und sich auf die unterschiedlichsten Stellen bewerben dürfen.

In Badelatschen zurück ins kalte Hamburg

Als der inzwischen 25-Jährige in kurzer Hose und mit Badelatschen an den Füßen im verregneten Hamburg landete, hatte er seine Verwandten lmehr als zwei Jahre nicht gesehen. Mit entsprechend großem „Hallo“ wurde der Heimkehrer dann auch empfangen. Seine Mutter Gabriele Schleuser, zwei Tanten und andere Verwandten begrüßten den jungen Mann mit einem selbstgebastelten Banner und Luftballons.

Aus überschaubaren sechs Monaten sind letztendlich zwei Jahre und drei Monate geworden. Wie könnte es anders sein? Es war die Liebe im Spiel. Verliebt hat sich Schleuser aber nicht in eine Frau, sondern in das Land und das australische Lebensgefühl.

Australisches Lebensgefühl

Die meistgesprochenen Worte sind wohl „No worries“ (Keine Probleme) – und genauso wie dieser Satz ist auch das Lebensgefühl: „Irgendwie klappt dort wirklich alles. Manchmal zwar erst im zweiten oder dritten Anlauf und manchmal über einen komplett anderen Weg“, berichtet Schleusner.

Viel zu berichten hat Schleusner allemal: Im tropischen Norden Australiens angekommen, kaufte er einen alten Kombi. „Mein Ziel war der Daintree Rainforest, einer der größten Regenwälder der Welt. Um Geld zu sparen, wollte ich zelten oder im Wagen schlafen“, berichtet der Abenteurer.

Im Regenwald streikt der Wagen

Weit kam der Geesthachter nicht. Nach 60 Kilometer blieb der Wagen mitten im Nirgendwo mit einem Motorschaden liegen. Da die Reparatur teuer war und dauerte, harrte er auf einem kostenfreien Zeltplatz aus und ernährte sich von frischgefangenen Fischen. Mit dem reparierten fahrbaren Untersatz ging es dann weiter.

Er arbeitete in einer Schlachterei, kümmerte sich um Delfine und lebte wochenlang ohne Strom und fließendes Wasser in einer kleinen Hippie-Gemeinschaft mitten im Wald. In einem Energiepark montierte er Solarzellen bei 40 Grad Hitze, arbeitete als DJ und Reiseleiter. Sogar einen Abstecher in ein Kloster in Asien unternahm der
25-Jährige, weil er für die Erteilung eines neuen Visums das Land für einige Zeit verlassen musste.

Hilfsbereitschaft ist groß

Besonders schwärmt er von der Hilfsbereitschaf. „Die Gastfreundschaft der Australier ist so groß wie ihr Land. Es sind ehrliche und anständige Leute. Man lässt beispielsweise sein Handy unbeaufsichtigt im Schnellrestaurant liegen, um sich einen Platz zu reservieren, während man sich in die Warteschlange einreiht. Auf Campingplätzen laden die Leute ihre Notebooks während sie die Duschen nutzen." Auch dort komme nichts weg. Und: "Wildfremde Leute bieten dir an, dich mit dem Wagen mitzunehmen und man kommt schnell ins Gespräch."

Leitspruch für das Leben: no worries

Eines hat Schleusner in jedem Fall fürs Leben gelernt: „Wenn man optimistisch an etwas herangeht, dann klappt es auch irgendwie, selbst wenn man zwischendurch scheitert. Mein Leitspruch ist nun auch: no worries.“