Fahrendorfer Weg

Einbahnstraßenregelung erst einmal vom Tisch

Im Begnungsverkehr müssen Autofahrer auf dem Fahrendorfer Weg auch weiterhin auf die Bankette ausweichen.

Im Begnungsverkehr müssen Autofahrer auf dem Fahrendorfer Weg auch weiterhin auf die Bankette ausweichen.

Foto: Timo Jann

Erst im Frühjahr 2020 wollen die Politiker über die Verkehrssituation beraten.

Geesthacht.  Autofahrer können – zumindest vorerst – aufatmen: Am Fahrendorfer Weg bleibt zunächst alles, wie es ist. Ob er zur Einbahnstraße werden soll, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, ist von den Politikern im Bauausschuss vertagt worden. Erst im März 2020 wollen sie nach internen Beratungen erneut über das Thema sprechen.

Einbahnstraße eher unwahrscheinlich

Es zeichnet sich allerdings ab, dass es für den Verwaltungsvorschlag keine Zustimmung gibt. Die Einbahnstraßenregelung würde zu noch höheren Verkehrsbelastungen an der Geesthachter Straße, am Keil und am Richtweg führen. Außerdem widerspricht die Planung dem Neubau der Feuerwache an der Mercatorstraße, die für Retter aus Besenhorst und Düneberg plötzlich unerreichbar wäre.

Autos, aber kaum Fußgänger und Radler

Bauamtsleiter Peter Junge und Kerstin Richter aus der Tiefbauabteilung hatten die Zahlen einer Verkehrszählung vom Mai 2019 und daraus entwickelte Pläne im Fachausschuss präsentiert. An einem Freitag im Mai wurden zwischen 5 und 20 Uhr 4500 Fahrzeuge gezählt, am Sonntag darauf 2400. Zudem 110 Lastwagen. Das Fußgängeraufkommen ist nicht relevant, Radfahrer gibt es nur wenige. Dennoch schlägt die Verwaltung zugunsten von Fußgängern und Radfahrern die Einbahnstraßenregelung vor. Da möchten viele Politiker nicht mitgehen.

Die FDP hatte 2017 mit einem Antrag zum Bau eines Fußwegs einschließlich einer Straßenbeleuchtung den Stein ins Rollen gebracht. Daraus wurde im Tiefbauamt der Plan einer drei Meter breiten Fahrspur bergab und eines abgetrennten, 2,50 Meter breiten Gehwegs mit dem Hinweis „Radfahrer frei“ entwickelt.

Wichtiger Weg zur neuen Feuerwache

Christina Minge (Pro Geesthacht) machte deutlich, dass mit ihrer Zustimmung nicht zu rechnen sei. „Feuerwehrleute aus Besenhorst könnten so nicht mehr zur neuen Wache“, sagte sie. Erst auf diesen Hinweis hin kündigte die Verwaltung an, mit der Feuerwehrführung darüber zu sprechen.

„Es läuft da doch ohne große Probleme“, sah Karl-Hermann Rosell (CDU) überhaupt keinen Handlungsbedarf. Dem stimmte Volker Samuelsson (Bürger für Geesthacht) zu: „Wir sollten es lassen, wie es ist.“ Gerhard Boll (Grüne) hatte an den Antrag seiner Fraktion erinnert: Die Grünen wollen auf die geplante Umgehungsstraße verzichten und stattdessen den Fahrendorfer Weg ausbauen.

Fakt ist, dass dieser seine wichtige Funktion als Anbindung der Oberstadt und der angrenzenden Dörfer Richtung A 25 verliert, sobald die Umgehungsstraße fertiggestellt ist. Auch deshalb könnte der mit 260.000 Euro taxierte Einbahnstraßen-Umbau vor dem Aus stehen.