Kinderuni in Geesthacht

Wenn die E-Mail mit dem Fahrradkurier kommt

Geesthachts Viertklässler verfolgen gebannt dem Vortrag von Professorin Ira Diethelm von der Universität Oldenburg.

Geesthachts Viertklässler verfolgen gebannt dem Vortrag von Professorin Ira Diethelm von der Universität Oldenburg.

Foto: ariaane funke / Ariaane Funke

Im Rahmen der Alfred Nobel Tage reiste eine Professorin an und erklärte Geesthachts Grundschülern, wie das Internet funktioniert

Geesthacht. Das World Wide Web nutzen sie alle: Die zehnjährige Amely J. schaut über Youtube „Bibi & Tina“-Videos an oder recherchiert in der Suchmaschine „fragFINN“. Miltos Graetsch (10) hat einen eigenen Computer, und das Notebook des neunjährigen Geesthachters Leeroy ist sogar moderner als der PC seines Papas. „Mein Vater benutzt deswegen ständig mein Notebook, und ich nehme noch nicht mal Gebühren“, berichtet der Grundschüler.

Grundschüler-Notebook ist moderner als Papas PC

Dies und vieles mehr wurde gestern im Geesthachter Innovations- und Technologie-Zentrum, kurz GITZ, bekannt. Professorin Ira Diethelm, die gewöhnlich an der Universität Oldenburg Studenten Mathematik und Informatik beibringt, tauschte aus Anlass der Krümmeler Alfred-Nobel-Tage ihren Arbeitsplatz. Im GITZ machte sie Geesthachter Grundschüler zu „Internetverstehern“. „Ich mag die Kinder-Unis sehr gern. Die Kinder stellen immer jede Menge Fragen. So hat mich beispielsweise ein Kind schon einmal gefragt, ob die Daten aus dem USB-Stick fallen können, wenn die Kappe weg ist“, schmunzelt die Dozentin.

Die Daten fallen nicht aus dem USB-Stick ohne Kappe

Die rund 250 Viertklässler, die am Montagmorgen statt der Schulbank die Sitze der Kinder-Uni im GITZ besetzten, können ab sofort mit ihrem Wissen über das Internet bei den Eltern punkten. Die Professorin für Didaktik der Informatik erklärte den Neun- bis Elfjährigen, wie das Internet funktioniert, und das natürlich anschaulich. „Das Internet ist wie ganz viele Straßen. Wenn beispielsweise ein Fahrradkurier einen Brief bringt, bekommt ihr eine E-Mail. Damit der Fahrradkurier überhaupt weiß, wo euer Postfach ist, muss er natürlich eure genaue Straße, also eure IP-Adresse kennen, die wiederum besteht aus vier Ziffernblöcken, die durch Punkte getrennt sind“, erklärte sie.

Die Provider sind wie digitale Türsteher

„Den Provider, also beispielsweise Telekom oder Vodafone, müsst ihr euch wie einen Türsteher vorstellen“, veranschaulichte die Expertin. Ebenso erfuhren die Ministudenten, dass die zu übertragenden Daten beim Absender zunächst einmal in kleine Pakete zerlegt, dann übertragen und beim Empfänger wieder zusammengesetzt werden.

Dass das Internet im Kalten Krieg erfunden wurde, damit sichergestellt war, dass, selbst wenn alles andere ausfällt, die Menschen trotzdem miteinander kommunizieren können, erklärte die Oldenburgerin ebenfalls.