Daten veraltet

Viele Bauprojekte: Geesthacht braucht neues Kataster

Michael Zühlke ist Mitarbeiter in der zentralen Verwaltung in Geesthacht. Er hat Kosten für die Grünpflege ermittelt – auf Basis alter Daten.

Michael Zühlke ist Mitarbeiter in der zentralen Verwaltung in Geesthacht. Er hat Kosten für die Grünpflege ermittelt – auf Basis alter Daten.

Foto: Dirk Palapies

Das alte Kataster von 2007 über das Stadtgrün wurde nicht gepflegt. Jetzt werden dringend neue Daten benötigt

Geesthacht. Nein, sagt Michael Zühlke, ein Mathematiker sei er nicht. Dabei hat der Verdacht durchaus nahe gelegen. Denn der Mitarbeiter in der zentralen Geesthachter Stadtverwaltung jonglierte im Hauptausschuss derart souverän mit Statistiken und vielen, sehr vielen Zahlen, dass den Ausschussmitgliedern sicher der Kopf brummte.

Michael Zühlke ist mit einer Organisationsuntersuchung der Städtischen Betriebe beschäftigt, die er präsentierte. In seinem „Modul 1“ ging es um die Stellenbemessung. Er stellte fest: Die Datengrundlage, das Kataster von 2007, reicht bei Weitem nicht mehr aus. Die Stadtveränderungen, etwa die großen Bauprojekte wie Hafencity, Mercatorring oder auch am Finkenweg, all das ist nicht erfasst. So wurde nur „das bestmögliche errechenbare Ergebnis“ präsentiert, so die diplomatische Formulierung zur schlappen Datenbasis.

Stadtgrün kostet viel Geld

Aber eine möglichst exakte Datenlage ist nötig, um etwa ausrechnen zu können, wie viele Mitarbeiter wie viele Arbeitsstunden für die Pflege des Stadtgrüns oder auch die Instandhaltung bei Straßen aufwenden müssen. Denn das kostet die Stadt viel Geld. Allein das Straßenbegleitgrün in Schuss zu halten, würde auf Basis der Daten von 2007 mit Gesamtkosten von 723.000 Euro zu Buche schlagen, nötig für die zugrunde gelegten 388.760 Quadratmeter wäre ein Stellenbedarf von neun (exakt: 8,66) Mitarbeitern. Die Bäume, 2007 wurden gut 8000 erfasst, kosten 142.988 Euro.

Es muss dringend ein neues Kataster her

Nun soll dringend eine neue Datensammlung erstellt werden. Wann die fertig ist, ist offen. „In einem halben Jahr ist das nicht zu schaffen“, sagte Olaf Schule auf der Hauptausschusssitzung. Mitte nächsten Jahres soll wieder Bericht gegeben werden. Auch die Kosten stehen nicht fest. „Das hängt davon ab, ob wir vielleicht auf externe Hilfe zurückgreifen wollen“, sagt Michael Zühlke. Das müsse alles erst noch ermittelt werden. Die Kataster der Straßen, Beleuchtung und Bäume sind zwar noch nicht so alt wie das des Stadtgrüns, aber alles hänge mit allem zusammen und müsse deshalb auf dem gleichen Stand sein, weiß Michael Zühlke. Eine Straße ist eben auch von Grün begleitet und muss Licht haben.

Kataster darf nicht wieder verkommen

„So ein Kataster ist ein Schatz, den muss man pflegen“, meinte der Erste Stadtrat Dr. Georg Miebach. Wenn das neue fertig sei, dürfe es nicht noch einmal so „verkommen“ wie das alte von 2007. Karl Hermann Rosell (CDU) blickte angesichts der Möglichkeiten eines digitalen Katasters weit in die Zukunft: „Das ist ein Schritt in die Digitalisierung“, stellte er verschmitzt fest. Auf Basis so eines Katasters könne man einen Rasenmäher programmieren, und der würde zum Mähen dann selbstständig losfahren.

Und wie sieht es in Michael Zühlkes Garten aus? „Da ist alles sauber gemäht“, verrät er und lacht.