Aufruf

Unfallopfer hofft auf Hilfe: Wer sah Autofahrer flüchten?

Manuela Haack (58) ist immer noch schwer gezeichnet. Durch den Unfall brachen bei der Geesthachterin vier Rippen, die Lunge kollabierte und sie ist auf eine Pumpe angewiesen (rechts), die Gewebeflüssigkeit abpumpt.

Manuela Haack (58) ist immer noch schwer gezeichnet. Durch den Unfall brachen bei der Geesthachterin vier Rippen, die Lunge kollabierte und sie ist auf eine Pumpe angewiesen (rechts), die Gewebeflüssigkeit abpumpt.

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Die Geesthachterin Manuela Haack (58) wurde zu Fuß von einem Auto erfasst. Sie liegt im Krankenhaus und hofft auf Gerechtigkeit.

Geesthacht. Den regnerischen Abend des 1. November wird Manuela Haack so schnell nicht vergessen. Es war 19 Uhr und bereits dunkel, als die 58-jährige Geesthachterin den Discounter Penny an der Geesthachter Straße mit ihren Einkäufen verließ. Sie ging an der Fußgängerampel über die Hauptverbindungsstraße in Richtung der Straße Gerstenblöcken. Nach Angaben von Manuela Haack zeigte ihre Ampel Grün.

„Ich bin über die Motorhaube geflogen“

Doch dann passierte es: Ein grauer Kastenwagen kam aus den Gerstenblöcken herangerast, bog nach rechts in Richtung Bergedorf ab. Der Fahrer dachte offenbar, er schaffe es noch schnell über die Kreuzung, bevor die 58-Jährige mit einer weiteren Fußgängerin herannaht. Doch das war falsch. Das Auto erfasste Manuela Haack seitlich mit voller Wucht. „Ich bin über die Motorhaube geflogen und nach mehreren Metern auf der Straße aufgekommen“, erzählt Manuela Haack im Gespräch mit unserer Zeitung. Dann wurde es dunkel vor ihren Augen. Das nächste, woran sie sich erinnert, ist, dass jemand ihr aufhalf. Ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelte, kann die 58-Jährige nicht mehr sagen – nur dass sie starke Luftnot hatte.

So habe sie schließlich mit der anderen Fußgängerin auf den unbekannten Fahrer eingeredet, ihn gebeten, seinen Ausweis zu zeigen. „Er sagte, er arbeite für eine Schneiderei und dann wollte er nur hopphopp weg“, sagt Manuela Haack. Diese angebliche Anstellung bei einer Schneiderei hat Geesthachts Polizei inzwischen überprüft, doch dort gab man an, einen solchen Mann nicht zu kennen. Eine Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg sagte gestern auf Nachfrage, dass die Polizisten nach dem Unfall nur von einer leichten Verletzung bei Manuela Haack ausgegangen seien (wir berichteten).

Geesthachterin hofft, dass der Mann gefunden wird

Doch das erwies sich als Trugschluss, denn die Luftnot hielt an – auch als Manuela Haack schließlich entkräftet bei ihrer Tochter Nicole Timm klingelte, die einen Rettungswagen alarmierte. Im Johanniter-Krankenhaus stellte sich dann heraus, das vier Rippen gebrochen waren und die spitzen Knochen ein Loch ins Gewebe gebohrt hatten – einen sogenannten Pneumothorax, bei dem die Lunge kollabiert. Haack musste am Sonnabend notoperiert werden und liegt bis heute im Krankenhaus. „Mein ganzes Gesicht war aufgequollen und ich konnte nichts essen“, sagt die Geesthachterin, der das Sprechen immer noch schwerfällt. „Ich hoffe, dass der Autofahrer nicht ohne was davon kommt“, sagt sie. Doch Hinweise auf den Unbekannten und die andere Frau – die möglicherweise auch verletzt ist – liegen der Polizei derzeit nicht vor.

So beschreibt die Geesthachterin den Fahrer

Der Autofahrer ist nach Angaben Haacks etwa 30 bis 35 Jahre alt, hat dunkle Haare und einen langen, dunklen Vollbart. Er trug eine Brille und vermutlich eine graue Jacke. Bei seinem Auto soll es sich um einen grauen Kastenwagen (wie Renault Kangoo oder VW Caddy) handeln. Die zweite Fußgängerin schätzt Haack auf 80 Jahre. Sie soll etwa 1,60 Meter groß und mollig sein. Sie habe eine Jacke mit Kapuze und Pelzkragen getragen und einen Gehstock benutzt. Hinweise an die Polizei, Telefon (0 41 52) 8 00 30.