Zeugenaufrauf

Neu-Börnsen: Tierquäler schießt Katze ins Rückenmark

Auf diesem Röntgenbild ist deutlich das Projektil als heller Punkt im Rückenmark von „Mia“ zu erkennen.

Auf diesem Röntgenbild ist deutlich das Projektil als heller Punkt im Rückenmark von „Mia“ zu erkennen.

Foto: Privat

Börnsen. Eine Luftdruckwaffe wurde offenbar direkt auf „Mia“ (7) aufgesetzt. Polizei ermittelt. Familie sucht dringend Zeugen der Tat.

Börnsen/Geesthacht. Eine Familie aus Neu-Börnsen hat einen schlimmen Fall von Tierquälerei hinter sich. Sie musste ihre getigerte Hauskatze „Mia“ (7) einschläfern lassen, weil ein Unbekannter dem Tier vermutlich mit Luftgewehr oder -pistole in den Rücken geschossen hat. Das Projektil steckt in der Wirbelsäule. .

Katze schleppt sich schwer verletzt heim

Die brutale Tat ereignete sich in der Nacht auf Mittwoch, 25. September, vermutlich in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses der Familie. Sie wohnt an der Schwarzenbeker Landstraße (B207) nahe einer Baumschule und hat den Schuss, der Katze „Mia“ traf, nicht gehört. „Wir haben die Katze einen Tag lang vermisst und ich habe sie erst gefunden, als ich am Mittwoch zur Arbeit fahren wollte“, berichtet die Mutter Barbara Kahlbrock.

Als die 47-Jährige sie fand, war die Katze entkräftet zusammengebrochen. Nach dem Schuss versagten die Hinterbeine ihren Dienst und „Mia“ hatte sich mit den Vorderbeinen nach Hause geschleppt.

Die Ursache sahen die Tierärzte schnell auf dem Röntgenbild. Zwischen zwei Lendenwirbeln steckte eine deformierte Kugel. „Bei der Polizei in Reinbek hat man uns gesagt, dass es sich um eine Luftdruckwaffe handeln muss und der Schuss aufgesetzt war“, sagt Barbara Kahlbrock.

Die Kraft eines Luftdruckgewehrs sei nicht ausreichend, um solch eine schwere Verletzung aus der Ferne hervorzurufen. „Das ist unfassbar traurig. Sie war doch erst sieben Jahre alt und hatte noch die Hälfte ihres Lebens vor sich“, sagt Kahlbrocks Tochter Vivien Hauer (21).

Zeugen gesucht

Bei der Suche nach dem Täter sind die Börnsener auf die Hilfe von Zeugen angewiesen. Anders als bei scharfen Waffen lässt sich anhand der Kugel bei einem Luftgewehr nicht zweifelsfrei feststellen, aus welcher Waffe diese abgefeuert wurde.

Die Familie hofft darauf, dass vielleicht ein Spaziergänger gesehen hat, wie sich der Unbekannte die Katze griff und abdrückte. „Wir möchten auch andere Tierhalter warnen. Haltet die Augen offen!“, betont Barbara Kahlbrock.

„Wir möchten andere Tierhalter warnen.“

Wer dahinter steckt, ist unklar. Ein möglicher Zusammenhang könnte aber zur vorläufigen Festnahme eines aggressiven Wentorfers von Sonnabendnacht, 28. September, bestehen. Bei einer Routinekontrolle in Brunstorf fanden Geesthachter Polizisten bei dem 17-Jährigen auch zwei Luftdruckpistolen. Sie wurden ebenso wie zwei Teleskopschlagstöcke und zwei Einhandmesser konfisziert (wir berichteten).

Die Ermittlungen führt die Polizei in Reinbek. Hinweise nimmt die Geesthachter Polizei unter Tel. (041 52) 800 30 entgegen.