Ganztag

Geesthacht: Grundschulbetreuung wird besser und teurer

Grundschüler mit Ranzen (Symbolbild)

Grundschüler mit Ranzen (Symbolbild)

Foto: David Ebener / dpa

Geesthacht. Der Personalschlüssel wird auf 1:15 verbessert und die Kosten für die Eltern angeglichen. Das hat die Ratsversammlung beschlossen

Geesthacht. Ab 2025 soll jedes Grundschulkind in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung haben. So sieht es der Koalitionsvertrag von Union und SPD vor. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) bis Anfang 2020 vorlegen. Die Geesthachter Ratsversammlung verabschiedete dagegen bereits am Freitagabend ein großes Bildungspaket, das die Nachmittagsbetreuung deutlich attraktiver machen soll – aber auch teurer.

Oberstadt-Eltern zahlen mehr

Der bereits im Vorfeld heiß diskutierte Maßnahmenkatalog umfasst längere und vor allem einheitliche Betreuungszeiten, mehr Personal sowie eine Ausweitung der Ferienbetreuung. Das Gesamtpaket bedeutet für den Stadthaushalt Zusatzkosten von 320.000 Euro pro Jahr. Allerdings zahlen Eltern künftig auch mehr – zumindest die, deren Kinder die Grundschule in der Oberstadt besuchen: Dort
kostet die Nachmittagsbetreuung derzeit nur 36 Euro pro Monat, an den übrigen Grundschulen sind es zwischen 90 und 110 Euro.

Künftig werden einheitlich 110 Euro monatlich fällig. Im Gegenzug wird der Personalschlüssel, der derzeit bei 25 Kinder pro Betreuer liegt, zum Schuljahr 2020/21 auf 1:20 gesenkt werden und zum Schuljahresstart 2021/22 sogar auf 1:15. Zusätzlich können sich Eltern, die für ihre Kinder die Betreuung buchen, auf einheitliche Zeiten einstellen. An allen vier Grundschulen werden Kinder ab kommendem Schuljahr montags bis freitags von 6.30 bis 18 Uhr betreut. Die Ferienbetreuung wird von bisher sechs auf neun Wochen erweitert.

Geschwisterrabatte ab 2020

Damit die Eltern an der Oberstadtgrundschule nicht zu stark belastet werden, steigt dort am
1. Februar 2020 die Gebühr von 36 auf zunächst 75 Euro. Ab dem 1. August 2020 zahlen Eltern dann auch dort 110 Euro pro Monat. Politiker aller Fraktionen sind sich einig, sprechen angesichts der Verbesserungen von einer „zumutbaren Gebührenstruktur“. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Wagner-Bockey meldete in diesem Zusammenhang den Wunsch nach einer Sozialstaffel an, wie es sie im Kindergartenbereich gibt. Dort werden für Familien mit geringerem finanziellen Spielraum gestaffelt Ermäßigungen gewährt.

Und noch ein weiteres Modell aus dem Kita-Bereich wollen Geesthachts Politiker künftig übernehmen: Ab dem Schuljahr 2020/21 gelten in der Nachmittagsbetreuung Geschwisterrabatte. Besuchen mehrere Kinder einer Familie die Nachmittagsangebote an den Grundschulen und der Alfred-Nobel-Schule, wird für das erste Geschwisterkind eine 30-prozentige Ermäßigung gewährt. Für die Betreuung des zweiten Geschwisterkindes zahlen Eltern dann nur 50 Prozent der regulären Teilnahmegebühr, das dritte Geschwisterkind nimmt kostenfrei an der Nachmittagsbetreuung teil – so wie weitere Geschwister auch.

Laut Rathaus-Zahlen nehmen in diesem Schuljahr 241 der insgesamt 1102 Geesthachter Grundschüler (21,9 Prozent) das Nachmittagsangebot wahr. Im Schuljahr 2010/2011 waren es 15 Prozent, im Schuljahr 2000/2001 nur
11,7 Prozent.