Krimi-Serie

Morden im Norden: Naujoks und Martinek drehen in Geesthacht

Die Schauspieler Ingo Naujoks (57, links) und Sven Martinek (55) am Set in Edmundsthal. Beide sind unter anderem aus „Alarm für Cobra 11“, „Großstadtrevier“ und „Tatort“ bekannt.

Die Schauspieler Ingo Naujoks (57, links) und Sven Martinek (55) am Set in Edmundsthal. Beide sind unter anderem aus „Alarm für Cobra 11“, „Großstadtrevier“ und „Tatort“ bekannt.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Vor der Kamera sind sie der Emotionale und der Paragrafenreiter. Im Gespräch geben sie Einblick in ihre Arbeit.

Geesthacht. Eigentlich sorgen die TV-Kommissare der ARD-Vorabendserie „Morden im Norden“ in Lübeck für Recht und Ordnung. Doch jetzt deckten die Ermittler Finn Kiesewetter (gespielt von Sven Martinek) und Lars Englen (Ingo Naujoks) in Geesthacht einen Mordfall auf.

Am Thekla-Haus der früheren Lungenheilanstalt in Edmundsthal-Siemerswalde drehten die Hauptdarsteller eine neue Folge der Krimiserie, die seit 2012 im Ersten läuft. Aktuell wird die siebte Staffel produziert. Das Thekla-Haus wird im Film zum Seniorenheim umgebaut und die Baustelle wird noch an weiteren Drehtagen als Kulisse dienen. Für die Mitarbeiter der Maske und der Garderobe eine große Herausforderung.

Gewerke sind ordentlich gefordert

Sascha Gonzalev kümmert sich dabei um die passenden Anschlüsse der Szenen. „Das muss nachher alles passen, zumal wir viele Szenen aus verschiedenen Perspektiven drehen und die Schauspieler sich von einem Bild zum anderen nicht plötzlich völlig anders bewegen dürfen“, erklärt er. „So haben wir später im Schnitt die größtmögliche Auswahl an Bildern zur Verfügung.“ Er ist immer an der Seite des Regisseurs Dirk Pientka. „Die verschiedenen Gewerke am Set sind ordentlich gefordert. Aber so macht das natürlich auch allen Spaß“, erzählt der Regisseur.

In der elften Folge mit dem Arbeitstitel „Schuld und Sühne“ wird eine Versicherungsangestellte in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Die Frau hatte viele wechselnde Partner, die sie übers Internet kennenlernte. Kurz vor ihrem Tod hatte sie firmeninterne Recherchen angestellt. Kiesewetter und Englen ermitteln und geraten in ein großes Familiendrama.

„Es wäre die halbe Bevölkerung tot“

„Bei der Flut der Krimis in Deutschland wäre die halbe Bevölkerung tot, wenn alles wahr wäre, was wir im Fernsehen erzählen. Allein bei 16 Folgen ‚Morden im Norden’ sind 16 Tote zu beklagen. Krimis dienen dazu, Extreme zu erzählen“, sagt Sven Martinek. Seine Rollenfigur lässt sich in den Krimis stark von Gefühlen treiben, Kollege Englen hält sich eng an die Vorschriften. Ingo Naujoks: „Im Fernsehen ist ein Ermittlerduo nur dann spannend, wenn sich die Protagonisten ein wenig reiben. Abgesehen davon spiegelt sich in Englens Paragrafentreue meine ganz persönliche Position wider.“

Bevor die Folge zu sehen ist, wird es noch knapp ein Jahr dauern. Zunächst strahlt die ARD ab 23. September die sechste Staffel mit 16 Folgen aus, immer montags um 18.50 Uhr.