Schüler-Demo

Zeichen für Klimaschutz aus Geesthacht und Lauenburg

In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt demonstrieren Schüler für den Klimaschutz. Die Bewegung erreicht nun auch Geesthacht.

In Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt demonstrieren Schüler für den Klimaschutz. Die Bewegung erreicht nun auch Geesthacht.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Geesthacht/Lauenburg. Schüler aus Geesthacht und Lauenburg stellen eine Demo für Klimaschutz auf die Beine. Sie wollen ein Zeichen setzen.

Geesthacht/Lauenburg. Die Welt spricht seit Monaten über Greta Thunberg und jetzt schwappt die Welle der Begeisterung für die schwedische Klimaaktivistin auch nach Geesthacht. Hier planen Schülervertreter von drei weiterführenden Schulen aus Geesthacht (Otto-Hahn-Gymnasium, OHG, und Alfred-Nobel-Schule) sowie aus Lauenburg (Albinus-Gemeinschaftsschule) für Freitag, 13. September, die erste Klima-Demo. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1000 Teilnehmern, die Geesthachter Polizei geht von 200 bis 300 Teilnehmern aus.

Schüler wollen Bürger aktivieren

Anmelder der Demonstration ist Peer Eilers von der OHG-Schülervertretung. „Der Termin fällt zufällig auf einen Freitag, ist aber nicht mit den Fridays for Future verbunden“, sagt er. Er selbst sei mit sieben Freunden bei einer Demonstration in Hamburg gewesen und habe sich gefragt, ob es nicht sinnvoller wäre, eine Neuauflage in Geesthacht zu starten – auch wegen des klimaschädlichen Anreiseweges. „Die Demo soll sich direkt an die Bürger wenden. Klimaschutz beginnt bei jedem selbst, jeder sollte sich an die eigene Nase fassen.“

Das sieht Schülervertreter Mustafa Barcin aus der Lauenburger Albinus-Gemeinschaftsschule genauso. „Die Geesthachter haben uns angesprochen und es war für uns klar, dass wir uns organisatorisch an der Sache beteiligen“, sagt der 15-Jährige. Auch er findet es wichtig, nicht nur in den großen Städten durch wöchentliche Schülerdemonstrationen auf sich aufmerksam machen. „Wir wollen nicht an jedem Freitag Unterricht ausfallen lassen, aber für Klimaschutz auch in unserer Region ein deutliches Zeichen setzen“, sagt er.

Projekttag zum Klimaschutz an den Schulen

Einen Tag vor der Demo gibt es übrigens einen Projekttag an den Schulen. Zwei Stunden widmet jede Klasse dem Thema Klimaschutz etwa am OHG. „Die Schülervertretung hat diesen Projekttag vor der Demo angekündigt. Die Zusammenhänge waren uns nicht klar, aber wir stehen zu unserem Wort“, sagt OHG-Schulleiterin Kirsa Siegemund, die mit ihrem Kollegium für die Demo eigens die Englisch-Klausuren der Oberstufe vom 13. auf den 20. September verlegt hat, um einen aufwendigen Nachschreibtermin zu verhindern.

Wer für die Demo die Schule schwänzt, bekommt am OHG einen Eintrag ins Klassenbuch mit „fehlt unentschuldigt“. Siegemund verweist auf eine entsprechende Anweisung des Bildungsministeriums, die sie als Hausmitteilung auch an die Kollegen herausgegeben habe. „Es ist wichtig, dass wir da einheitlich verfahren. Wir müssen als Schule neutral sein, auch wenn der Einsatz für den Klimaschutz wichtig ist“, betont die OHG-Leiterin.

Klassenbucheintrag wegen „unentschuldigten Fehlens“

Ordnungsmaßnahmen gebe es laut Erlass bei wiederholtem unentschuldigten Fernbleiben, fügt sie hinzu – wann diese wie greifen, hänge vom Einzelfall ab, so Siegemund. „Wir werden am 13. September etwa drei bis vier zusätzliche Streifenwagen im Dienst haben, um die Absperrungen und damit auch die Sicherheit der Demonstration zu gewährleisten“, kündigt Jürgen Hellwig, stellvertretender Leiter der Revierwache, an. Direkt vor deren Haustür – zwischen Polizei und Rathaus – werden sich die Teilnehmer um 10 Uhr versammeln. Anschließend wird der Zug nach einer kleinen Auftaktkundgebung weiter über die Rathausstraße, Trift, Buntenskamp und dann in die Bergedorfer Straße (Fußgängerzone) führen, wo eine Zwischenkundgebung geplant ist.

Die Pause ist von der Polizei so geplant: Wenn die Zahl der Teilnehmer zu groß zum Umkehren sei, könne sich der Zug über die Bohnen-, Mühlen- und Schillerstraße weiter zum Markt bewegen. Bei einer kleineren Zahl sei es laut Hellwig auch möglich, in der Fußgängerzone umzukehren und dann direkt über die Schillerstraße weiterzuziehen. Mit der Ankunft vor dem Rathaus sei für 11.30 Uhr zu rechnen.