Gewalttat

Geesthachter (18) soll auf eigenen Vater eingestochen haben

Großeinsatz am Friedrich-Zabel-Ring: Das Opfer musste operiert werden.

Großeinsatz am Friedrich-Zabel-Ring: Das Opfer musste operiert werden.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Der 50-Jährige musste notoperiert werden. Es soll nicht der erste Streit zwischen Sohn und Vater gewesen sein.

Geesthacht. Ein Familienstreit ist am Sonntagabend in Geesthacht eskaliert. Ein junger Mann (18) soll seinen Vater (50) während der Auseinandersetzung mit einem Messer schwer verletzt haben. Die alarmierte Notärztin brachte den Mann ins Krankenhaus, wo er nach Angaben der Polizeidirektion Ratzeburg umgehend notoperiert wurde. Der 50-Jährige sei außer Lebensgefahr. Jetzt ermittelt die Polizei.

Die Polizei wurde um 19.55 Uhr in das Einfamilienhaus am Friedrich-Zabel-Ring alarmiert. Dort hielt sich der 18-Jährige mit Vater und Mutter auf und es kam zum Streit. Es soll angeblich nicht der erste Streit zwischen Vater und Sohn gewesen sein, heißt es. Doch diesmal eskalierte die Lage offenbar. Nach der Messerattacke flüchtete der Vater zu Nachbarn, die Erste Hilfe leisteten. Angefordert durch einen Notruf rasten drei Streifenwagen zu der gemeldeten Adresse, zwei Rettungswagen und eine Notärztin rückten ebenfalls an. Der Messerstecher wurde überwältigt und vorläufig festgenommen.

Die Polizeidirektion dementierte am Montag Informationen, wonach die Beamten Pfefferspray eingesetzt hätten. Nach Angaben von Sprecherin Sandra Kilian habe der Vater versucht, mit Pfefferspray den Angriff seines Sohnes, der mit einem Küchenmesser bewaffnet war, abzuwehren. Der Abwehrversuch blieb jedoch erfolglos. „Das Opfer erlitt eine etwa zwei bis drei Zentimeter tiefe Stichverletzung im Bauch“, so Kilian. Die Mutter sei unverletzt geblieben.

Zu weiteren Auseinandersetzungen in der Familie lagen der Polizeisprecherin keine Erkenntnisse vor. Klar sei nur dieses: „Der junge Mann ist schon sehr lange psychisch krank und befindet sich auch schon in Behandlung“, berichtete Kilian. Der 18-Jährige sei in die Psychiatrie eingewiesen worden. „Es wird nun eine Begutachtung geben, mit der festgestellt werden soll, ob eine dauerhafte Einweisung nötig ist“, so Kilian.

Der Rettungsdienst hatte sich wegen des für die Retter nach deren Aussage nicht zuzuordnenden Straßennamens bei der Anfahrt ins Neubaugebiet Finkenweg-Ost auf seine Navigationsgeräte verlassen und war statt durch die eigens für Einsätze installierte Schranke vom Finkenweg aus über die weitläufige Zufahrtsstraße vom Kreisel bei Norma gekommen. Das bedeutete gut zwei Minuten zeitlichen Verzug, was bei lebensbedrohlichen Verletzungen schlimme Folgen hätte haben können.